Im kleinen Römerkastell mit einer Ausdehnung von ca. 95 x 85 m und drei nachgewiesenen Toren war ein Numerus (150-200 Mann) vermutlich regionaler Hilfstruppen stationiert. Es war zunächst mit einer Holzpalisade, später Steinmauern, sowie Ecktürmen und Toren, und einem umlaufenden Doppelspitzgraben befestigt. Vom Kastell aus bestand Sichtverbindung zu mehreren Limes-Wachtürmen, nächstgelegen Wp 14/77 und Wp 14/78 auf dem gegenüberliegenden Höhenrücken über der Altmühl, die durch die Kastellbesatzung bemannt wurden (ebenso Türme im Tal beiderseits der Altmühl und über Kipfenberg). #Z#um Kastell gehörte ein angrenzender Tempelbereich und ein der Versorgung dienendes Lagerdorf (vicus). Die erste Kirche Böhmings entstand 1182 außerhalb des Dorfes innerhalb des damals bereits völlig verfallenen Kastells, da sich dessen Steine als Baumaterial anboten. Die heutige St. Johannes der Täufer Kirche ist ein Nachfolgebau an gleicher Stelle (Turm 15. Jh., Schiff neugotisch 19. Jh.). #O#berirdisch erkennbar sind die verflachten Begrenzungswälle. Unterirdisch konnten u.a. Fundamente der steinernen Begrenzungsmauer sowie der meisten Ecktürme und Tore und weiterer Gebäude innerhalb des Kastells nachgewiesen werden, u.a. das Kastellbad. Lediglich im Süden (Umgebung der Kirche) ist die römische Bebauung durch spätere Störung unklar. Ausgrabungsfunde werden insbesondere im Eichstätter Museum für Ur- und Frühgeschichte, sowie im Kipfenberger Römer- und Bajuwarenmuseum aufbewahrt.
Das Kastell diente zur Sicherung des Limes in seiner Querung des Altmühltals.