alle Bilder © Andreas Umbreit Terrapolaris

Lage

Land:Deutschland
Bundesland:Bayern
Bezirk:Schwaben
LandkreisOberallgäu
Ort87549 Rettenberg-Vorderburg
Lage:in 1200 m Höhe auf dem Ende des Bergrückens, nordwestlich des Vorderburger Ortsteils Großdorf
Koordinaten:47.617346°, 10.328628°
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Beschreibung

Der ca. 30 x 30 m messende Felsbuckel der Höhenburg bietet nach Osten und Norden durch steile Abhänge natürlichen Schutz. Die Burg Rettenberg (heute auch Burg Vorderburg genannt) war von 1100 bis zu deren Aussterben 1350 Stammsitz der Herren von Rettenberg, die damals im südlichen Allgäu eine dominierende Stellung hatten. Die für ein örtliches Herrengeschlecht in jener Zeit imposante Steinburg, einst eine der mächtigsten frühen Turmburgen des Allgäus, bestand im wesentlichen aus einem gewaltigen einzigen, turmartigen, 30 m durchmssenden Gebäude mit einem teilweise in den Fels gehauenen Keller und darüber 3 hohen Stockwerken und in jedem Stockwerk einem großen Saal von ca. 10x20 m, sowie ihn umgebenden weiteren kleinen Räumen, im darüberliegenden hohen Dach außerdem einem geräumigem Kornpeicher.

Neben diesem Hauptgebäude mit insbesondere auf der gefährdeteren Süd- und Westseite sehr dicken und fensterarmen Mauern aus Nagelfluhgestein gab es nach Südwesten noch eine kleine Vorburg zur zusätzlichen Sicherung des Tores. Nur noch Teile der völlig fensterlosen (da am meisten gefährdeten) Südwand mit ca. 18m Länge, sowie Teile der Westwand mit wenigen Fenstern und ca. 9 m Länge, beide noch ca. 9 m aufragend. Auffällig ist die abgerundete Westecke des Wohnturmgebäudes. Dessen Mauern nach Norden und Osten sind völlig verschwunden, auch die übrigen Teile der West- und Südwand fehlen weitestgehend (letztere stand auf einer Zeichnung von 1839 noch teilweise, einschließlich des dortigen Tores). Die Vorburg ist bis auf geringe Geländespuren völlig verschwunden.

Seit 2013 ist die Anlage wegen Steinschlaggefahr gesperrt, auch der Bewuchs des Areals wurde seit etlichen Jahren nicht mehr ausgelichtet, sodaß dichtes Jungholz die Übersicht behindert.


Erhalten: Mauerrest



Maße

Höhe des Mauerrests ca. 10 m

Besitzer

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Herren von Rettenberg (Stammsitz)Erbauer
Hochstift Augsburgab 1350, durch Kauf von der Tochter des letzten Herren von Rettenberg–bis 1803 Säkularisation

Historie

um 1100 für die Herren von Rettenberg (Stammsitz) errichtet
um 1130erwähnt
1351nach dem Kauf der Herrschaft Rettenberg machte das Hochstift Augsburg die Burg zum Sitz eines Pflegers, dem ein Landammann und ein Landschreiber zugeordnet wurden
1525Plünderung der Burg durch Bauernverband, der sich in der Burg auch mit deren Pulvervorräten versorgte. Nach dem Sieg über die Bauernstreitmacht wurden deren Waffen teilweise auf Burg Rettenberg eingelagert
1534umfassende Sanierung der Burg
1537Bau des heute noch bestehenden Amtshauses des fürstbischöflichen Landschreibers für die Pflege Rettenberg unterhalb der Burg in Großdorf
1562die Burg brennt durch ein von einer Köchin fahrlässig verursachtes Feuer aus. Ein kompletter Wiederaufbau wurde kalkuliert
1573die weiterbestehende ideelle Bedeutung der Burg zeigt sich in ihrer Wahl als Ort einer offiziellen Huldigungsfeier der Untertanen für den Augsburger Fürstbischof
1650offizielle Besuchsfeier des augsburger Domkapitulars als Vertreter des Bischofs - erneut vor der Brandruine der Burg
2013Sperrung des Inneren der Burgruine wegen Steinschlaggefahr

Objekte im Umkreis von 10 Kilometern

BildNamePLZOrtKreisArtDistance (km)
BildNamePLZOrtKreisArtDistance (km)
Emmereis 
St. Nikolaus
St. Stefan
87549Rettenberg-EmmereisOAangebliche/vermutete
Wehrkirche/Friedhofs-
/Kirchhofbefestigung
1.89
Emmereis 
Emmerichsried
87549Rettenberg-EmmereisOAverschwundene Burg2.08
Langenegg 
Langeneck
87448Waltenhofen-LangeneggOARuine2.63
Kranzegg 
Burghalden?
87549Rettenberg-KranzeggOAverschwundene Burg3.42
Sulzberg 
Sigmundsruhe
Neusulzburg
87477SulzbergOARuine4.24
Alte Burg Kranzegg 
Burgkranzegg
Kranzeck
87466Oy-Mittelberg-PetersthalOAverschwundene Burg4.96
Kranzegg 
Burgkranzegg
87466Oy-Mittelberg-PetersthalOABurgrest5.02
Werdenstein 
Neu-Werdenstein
87509Immenstadt im Allgäu-WerdensteinOABurgrest6.41
Burgreithe87497Wertach-VorderschneidOAverschwundene Burg6.45
Wertach 
Schlossbühl
87497WertachOAverschwundene Burg7.24
Mittelberg87466Oy-MittelbergOAverschwundene Burg8.12
Rauhlaubenberg 
Laubenberg
Rauhen-Laubenberg
87509Immenstadt im Allgäu-RauhenzellOARuine8.38
Laubenbergstein 
Laubenbergerstein
Laubenberg-Stein
87509Immenstadt im Allgäu-Stein im AllgäuOARuine8.59
Neuenburg 
Neusulzberg
Neu-Durach
87471Durach-BurgOARuine8.65
Häuser87545Burgberg im Allgäu-HäuserOAverschwundene Burg9.10
Rauhenzell87509Immenstadt im Allgäu-RauhenzellOASchloss9.31
Burgberg87545Burgberg im AllgäuOAverschwundene Burg9.62
Burgberg87545Burgberg im AllgäuOARuine9.85
Laufen87471Durach-LaufenOAverschwundene Wasserburg9.94
Winkelberg 
Winkel
Winkelburg
87527Sonthofen-WinkelOAverschwundene Burg9.96

Quellen und Literatur

  • König,  Jochen: Wanderungen zu Allgäuer Burgen 1994
  • Nessler,  Toni: Burgen im Allgäu 1,  Kempten 1985