Alternativname(n)  Vorderburg
Nutzung
  • Außenanlage frei zugänglich
  • das Innere ist wegen Steinschlaggefahr gesperrt
Tags

Rettenberg

Lage
Bundesland
Bayern
Landkreis
Ort
87549 Rettenberg-Vorderburg
Lage
in 1200 m Höhe auf dem Ende des Bergrückens, nordwestlich des Vorderburger Ortsteils Großdorf
Koordinaten
47.61735°, 10.32863°
Beschreibung

Der ca. 30 x 30 m messende Felsbuckel der Höhenburg bietet nach Osten und Norden durch steile Abhänge natürlichen Schutz. Die Burg Rettenberg (heute auch Burg Vorderburg genannt) war von 1100 bis zu deren Aussterben 1350 Stammsitz der Herren von Rettenberg, die damals im südlichen Allgäu eine dominierende Stellung hatten. Die für ein örtliches Herrengeschlecht in jener Zeit imposante Steinburg, einst eine der mächtigsten frühen Turmburgen des Allgäus, bestand im wesentlichen aus einem gewaltigen einzigen, turmartigen, 30 m durchmssenden Gebäude mit einem teilweise in den Fels gehauenen Keller und darüber 3 hohen Stockwerken und in jedem Stockwerk einem großen Saal von ca. 10x20 m, sowie ihn umgebenden weiteren kleinen Räumen, im darüberliegenden hohen Dach außerdem einem geräumigem Kornpeicher. #N#eben diesem Hauptgebäude mit insbesondere auf der gefährdeteren Süd- und Westseite sehr dicken und fensterarmen Mauern aus Nagelfluhgestein gab es nach Südwesten noch eine kleine Vorburg zur zusätzlichen Sicherung des Tores. Nur noch Teile der völlig fensterlosen (da am meisten gefährdeten) Südwand mit ca. 18m Länge, sowie Teile der Westwand mit wenigen Fenstern und ca. 9 m Länge, beide noch ca. 9 m aufragend. Auffällig ist die abgerundete Westecke des Wohnturmgebäudes. Dessen Mauern nach Norden und Osten sind völlig verschwunden, auch die übrigen Teile der West- und Südwand fehlen weitestgehend (letztere stand auf einer Zeichnung von 1839 noch teilweise, einschließlich des dortigen Tores). Die Vorburg ist bis auf geringe Geländespuren völlig verschwunden. #S#eit 2013 ist die Anlage wegen Steinschlaggefahr gesperrt, auch der Bewuchs des Areals wurde seit etlichen Jahren nicht mehr ausgelichtet, sodaß dichtes Jungholz die Übersicht behindert.

Erhalten: Mauerrest

Maße
Höhe des Mauerrests ca. 10 m

Historie

um 1100
für die Herren von Rettenberg (Stammsitz) errichtet
um 1130
erwähnt
jedoch als zu teuer beurteilt; so daß nur eine Notsicherung erfolgte; das Pflegamt zog auf die Burg
1351
nach dem Kauf der Herrschaft Rettenberg machte das Hochstift Augsburg die Burg zum Sitz eines Pflegers; dem ein Landammann und ein Landschreiber zugeordnet wurden
1525
Plünderung der Burg durch Bauernverband; der sich in der Burg auch mit deren Pulvervorräten versorgte. Nach dem Sieg über die Bauernstreitmacht wurden deren Waffen teilweise auf Burg Rettenberg eingelagert
1534
umfassende Sanierung der Burg
1537
Bau des heute noch bestehenden Amtshauses des fürstbischöflichen Landschreibers für die Pflege Rettenberg unterhalb der Burg in Großdorf
1562
die Burg brennt durch ein von einer Köchin fahrlässig verursachtes Feuer aus. Ein kompletter Wiederaufbau wurde kalkuliert
1573
die weiterbestehende ideelle Bedeutung der Burg zeigt sich in ihrer Wahl als Ort einer offiziellen Huldigungsfeier der Untertanen für den Augsburger Fürstbischof
1650
offizielle Besuchsfeier des augsburger Domkapitulars als Vertreter des Bischofs – erneut vor der Brandruine der Burg
2013
Sperrung des Inneren der Burgruine wegen Steinschlaggefahr

Besitzer

ErbauerHerren von Rettenberg (Stammsitz)
Hochstift Augsburg (ab 1350
durch Kauf von der Tochter des letzten Herren von Rettenberg–bis 1803 Säkularisation).



Literatur und Quellen

  König, Jochen: Wanderungen zu Allgäuer Burgen, (o.O.) 1994
  Nessler, Toni: Burgen im Allgäu 1, Kempten 1985, ISBN 978-3880061026


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