Nutzung
  • Privatbesitz mit privater Zufahrtsstraße
  • Landwirtschaft
  • Wohnungen
  • Hofladen (zugänglich während der Öffnungszeiten)
Links

Amalienberg

Lage
Bundesland
Baden-Württemberg
Landkreis
Ort
76571 Gaggenau
Lage
auf dem Amalienberg, einem Hohen Felsen links der Murg
Koordinaten
48.79584°, 8.32065°
Beschreibung

Als Gutshof durch den Gaggenauer Prominenten Anton Rindeschwender ab 1780 eingerichtet. 1827 durch Fürst Franz Sapieha (Baltikum) für seine Geliebte Jeanette de Lom de Berg (1808 geboren) erworben, er ließ das heute noch vorhandene Kavaliershaus und dann ihm südöstlich gegenüber in ca. 80 m Abstand direkt über dem Murg-Steilufer als Ersatz für das erste Gutshaus ein Schloss erbauen, verstarb jedoch bereits 1829, bevor er mit Jeanette den dort geplanten Lebensabend verbringen konnte. Im zweiten Weltkrieg fiel das Schlossgebäude 1944 einem Bombenangriff zum Opfer und die Ruine wurde in den 1960er Jahren ganz abgerissen, da ihr Grund teilweise für die Rückverlegung des Steilhangs während des Baus der breiten Umgehungsstraße (B462) entlang der Murg benötigt wurde.

Erhalten: Kavaliershaus, teilweise umgebauter Vierseit-Wirtschaftshof

Historie

ab 1780
Erwerb der Gutsflächen durch Anton Rindeschwender (Mitbegründer der Gaggenauer Industrie; späterer Fürstlicher Ökonomierat)
1782
Bau des ersten Gutshofes
1803
nach Tod Rindeschwenders Verkauf an Herrn Feil aus Gernsbach
1827
Erwerb von der verschuldeten Witwe Feil durch den über sechzigjährigen Fürst Franz Sapieha für seine zwanzigjährige Geliebte Jeanette (Johanna) de Lom de Berg
1828
Bau des Kavaliershauses; danach des diesem in 80 m gegenüberliegenden Schlosses (Architekt: Heinrich Hübsch) als geplanter gemeinsamer Alterssitz
1829
Fürst Sapieha stirbt überraschend in Polen; die verschuldete Jeanette de Lom kann Amalienberg nicht halten; es gelingt ihr in der Folgezeit aber zweimal erneut; das Gut mit Hilfe späterer Ehemänner zurückzukaufen und wieder zu verlieren; Weiterführung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung unter den verschiedenen Eigentümern
ab 1887
zusätzliche Nutzung durch Familie Oertel als Sommerfrische
10. September 1944
Zerstörung des Schlosses beim Bombenangriff auf Gaggenau; Schäden auch an anderen Gebäuden
nach 1960
Abriss der Schlossruine im Zuge des Baus der direkt unterhalb an der Murg neu angelegten Bundesstraße zur Umgehung Gaggenaus; der auch die ehemaligen Weinberge und Parkteile zum Opfer fielen
2015-2017
umfangreiche Restaurierung (Kavaliershaus) und Modernisierung bzw. Umbau (Wirtschaftshof) durch die neuen Eigentümer Familie Scherer

Besitzer

1780 Anton Rindeschwender aus Gaggenau
1803 Herr Feil aus Gernsbach
1827 Fürst Franz Sapieha bzw. dessen Geliebte Jeanette de Lom de Berg
1835 Kauf von Jeanette de Lom de Berg Captain T. H. H. Canty
mehrere Eigentümerwechsel
nach 1835 darunter auch Jeanette de Lom de Berg
1887 Kauf thüringer Schieferminenbesitzer Karl Oertel
2015 Kauf von den Nachfahren Oertels Familie Adolf Scherer



Literatur und Quellen

  Schneider, Hugo (Hrsg.): Burgen und Schlösser in Mittelbaden, (o.O.) 1984, ISBN 0342-1503
  Willig, Wolfgang: Landadel-Schlösser in Baden-Württemberg, Balingen 2010, ISBN 978-3-9813887-0-1
  Zimdars, Dagmar (Bearb.): Georg Dehio - Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Baden-Württemberg I: Die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe, München 1993


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