ursprünglich Wasserburg, schlichte barocke zweigeschossige Dreiflügelanlage mit hohem Mansardwalmdach
Es gibt kein Dokument, das beweist, dass David Schatz den Entwurf zum Bau des Schlosses in Otterwisch für die infolge des tödlichen Ehrenduells ihres Mannes seit dem 13. April 1726 verwitwete Gräfin Vitzthum v. Eckstädt geliefert hat, die einen Witwensitz dringend brauchte und daher das Rittergut 1727 angekauft hatte. Es gab dort 1727 nur eine winzige verfallene Wasserfeste für die Gutsherrschaft, in der sie nicht ihren Ruhestand verbringen wollte. In den 30er Jahren glaubte man noch, Pöppelmann sei der Architekt gewesen. Es handelt sich auch im "Fall Schatz" lediglich um eine Zuschreibung neuerer Zeit, basierend auf einer Magisterarbeit in Leipzig bzw. auf dem "Gefühl" einer Studentin der Kunstgeschichte, nicht auf Fakten. Es fehlt übrigens in der obigen Darstellung der illustre Schlossbesitzer von 1870 bis 1880, der wesentliche Umbauten (1875) durchführen u. den Krubsacius zugeschriebenen Rokoko-Park um 1876 in einen Landschaftspark umwandeln ließ: der Pariser Hochstapler Frédéric Shears (1836-1886), der sich "Baron de Lagotellerie" nannte. Den augenfälligen, 2 Achsen im EG (an der SO-Ecke) beanspruchenden Erker dieser Shears-Episode, der an sich Anspruch auf Denkmalschutz hatte, ließ Marco Cormann (Herkunft: Aachen) in der Jahren nach der Inbesitznahme entfernen. Die Galerie von Shears im Innenhof aus Lauchhammer-Gusselementen, die dem Gebäude das Aussehen eines Sanatoriums verlieh, soll bereits unter dem auf Shears folgenden Besitzer (v. Arnim) abgebaut worden sein. Cormann, der eine moderne Ausgabe des "Barons de Lagotellerie" ist, war übrigens 2019 gescheitert, als er sich um die Übernahme des Barockschlosses Wachau bewarb und den Gemeindevertretern wie seinerzeit in Otterwisch "Großes" prophezeite bzw. das Blaue vom Himmel versprach, dabei versichernd, dass er aus einer "sehr reichen Familie" käme und bereits "1,6" Mill. Euro ins Otterwischer Schloss investiert habe (Wo???). Offenkundig hatte sich die Gemeinde Wachau vorher in Otterwisch erkundigt über das "Große", das er dort vollbracht hatte...