frühmittelalterliche ovale Befestigung, vom Hinterland durch im Halbkreis geführten Wall mit vorgelagertem Graben getrennt
Erhalten: Wall- und Grabenreste
Man braucht schon eine Menge Phantasie, um in diesem Oval eine frühmittelalterliche Burg zu sehen. Der Wall, der sich von der Schlucht an der Ostseite entlang der Kirschenallee bis zum Spielplatz an der Westseite führt, ist zwar deutlich sichtbar vorhanden, an der Nordseite aber, obwohl ursprünglich vorhanden, komplett verschwunden; er ist sicher am Hang abgerutscht und wegerodiert. Grabungen, vom Heimat- und Geschichtsverein Schwanheim in den siebziger Jahren vorgenommen, haben im Westen das ursprüngliche Grabungsprofil freigelegt. Der selbe Verein hat - ich weiß leider nicht wann - durch Bohrungen im Inneren des Ovals Mauerreste gefunden, wohl von einem Fundament der Innenbebauung; ein Sporn aus dem Frühmittelalter liegt als Einzelfund vor. Die Terrassierung im Inneren wurde im 19. Jh. angelegt. Ich bin 2 Minuten entfernt aufgewachsen; das Oval hieß im Volksmund "die Dell". In meiner Kinder- und Jugendzeit haben die Buben dort gekickt, weil nicht vereinsmäßig organisierter Sport auf dem städtischen Sportplatz nicht stattfinden durfte und ein "Bolzplatz" nicht vorhanden war. Der eine oder andere Ball ist damals wohl, wenn er die nördliche "Auslinie" überquert hatte, bis in die Kelster gerollt, die damals tatsächlich noch ein wasserführender Bach war. Die Schwedenschanze war, als ich zuletzt dort war, innen fast vollständig von Brombeerhecken überwuchert, sowohl der ehemalige Burghof als auch die Wall-Grabenanlage. Zwei kleine Tafeln weisen auf seine Eigenschaft also frühmittelalterliche Anlage hin, man hat aber den Eindruck, dass die Stadt wenig bis kein Interesse an der Pflege dieses Bodendenkmals. Schade eigentlich, denn allzu reich an Denkmälern ist Kelsterbach ja nicht.