Alternativname(n)  Fürstbischöfliches Schloss
Nutzung
  • Sitz der Universität Osnabrück
  • Gedenkstätte Gestapokeller

Osnabrück

Lage
Bundesland
Niedersachsen
Ort
49074 Osnabrück
Adresse
Neuer Graben 29
Lage
in der Stadtmitte
Koordinaten
52.27154°, 8.04440°
Beschreibung

vierflügelige Anlage um einen weitläufigen Ehrenhof mit Torhaus

Das Schloss wurde nach dem Vorbild des Palais de Luxembourg in Paris errichtet.
Beschreibung im Denkmalatlas Niedersachsen

Barockschloss, erbaut von 1667-75 durch Fürstbischof Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg und seiner Frau Sophie von der Pfalz. Zweigeschossige regelmäßige Vierflügelanlage mit Torhaus sowie im Wechsel zwischen zwei Voll- und zwei Mezzaningeschossen errichteter 17-achsiger Haupttrakt, sogenannter Corps de Logis, als Abgrenzung zu dem angrenzenden langrechteckigen Barockgarten in südlicher Flucht, umrahmt einen vorgelagerten Ehrenhof. Alle Gebäudeteile sind mit Balusterbrüstung und seit dem 18. Jahrhundert mit steilen Walmdächern ausgestattet, mit vereinzelt erhaltenen kleinen Gauben. Regelmäßig feingliedrig mit Rechteckfenstern gegliederte Fassade der Haupt- und Nebenflügel, dadurch streng symmetrische Gestaltung der Gesamtanlage. Ehrenhof mit durch seitliche Lisenen vertikal betontem Torhaus, mit zwei eingeschossigen und einem zweigeschossigen rundbogigen Sandsteintor. Platzierung des Torhauses in gerader Flucht zu dem von Säulen gerahmten zweigeschossigen Eingangsportal mit welfischen Wappen am Corps de Logis. Seit Mitte der 1970er Jahren Hauptsitz der Verwaltung der Universität Osnabrück, weiterhin als Veranstaltungsort im Innen- und Außenbereich genutzt. Gestapokeller der Nationalsozialisten im Untergeschoss des Westflügels gelegen, der Zugang erfolgt über den Innenhof. Fünf Haftzellen der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) für ausländische Zwangarbeitende im Zweiten Weltkrieg. Heute Gedenkstätte mit Ausstellung.

Lizenz: CC by-sa/4.0

Externer Link zum Eintrag
Park
Der 3 ha große Schlossgarten hinter dem Hauptgebäude wurde nach Plänen von Prof. Werner Lendholt neu gestaltet.

Historie

1665–1681
erbaut
1944
im Zweiten Weltkrieg zerstört
nach 1955
Wiederaufbau

Wappenbilder


Besitzer

ErbauerFürstbischof Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg
Fürstbischöfe von Osnabrück



Literatur und Quellen

  Dursthoff, Lutz (Redaktion): Die deutschen Burgen und Schlösser in Farbe, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-8105-0228-6
  Niehr, Klaus: Schloss Osnabrück. Große Kunstführer, Regensburg 2021
  Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern: Das Osnabrücker Land II: Beiträge zur Geschichte der Stadt Osnabrück und ihres Umlandes. Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern 43, Mainz 1979
  van Kempen, Wilhelm: Schlösser und Herrensitze in Niedersachsen. Burgen - Schlösser - Herrensitze, Frankfurt/Main 1960


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