Nutzung
  • Aussichtsturm (nur im Sommerhalbjahr geöffnet)
  • frei zugängliche Ruine

Reichenbach

Lage
Bundesland
Hessen
Ort
37235 Hessisch-Lichtenau
Lage
auf einer Anhöhe unweit südlich Hessisch-Lichtenau
Koordinaten
51.16877°, 9.75346°
Beschreibung

Höhenburg auf Bergrücken in Ost-West-Richtung mit steilerem Abfall nach Norden und Westen. Kernburg ca. 60 m durchmessend, von der Ringmauer und den an sie angrenzenden Gebäuden sind nur geringe Reste erhalten, vor allem im Bereich der Schildmauer nach Osten, die in der Südostecke vom einst mächtigsten Turm begrenzt wurde (1820 eingestürzt, Stumpf ca. 11m durchmessend, bei ca. 3m Mauerstärke). Ein weiterer, frei stehender Turm (ca. 9 m Durchmesser, ca. 2 m Wandstärke) im Norden der Kernburg wurde ab 1901 zum Aussichtsturm umgebaut und als solcher bis heute genutzt. Der etwas sanftere Berghang nach Süden wird unter der Kernburg durch Graben und Wall gesichert, nach Osten ist der Kernburg ein Vorburgbereich mit zwei Halsgräben vorgelagert.

Erhalten: Aussichtsturm, Reste der Schildmauer

Auf dem Berg stand wahrscheinlich schon im frühen Mittelalter eine nach Osten sichernde Grenzwarte. Die Burg war seit 1247 hessischer Amtssitz und Jagdschloss. Zugang über Wirtschaftsweg (alter Burgweg) von Osten durch das fast komplett verschwundene Burgtor, Fußweg mit Holztreppe von Süden über Wall und Graben in die ehemalige Kernburg.
Bergfried
Zustand
erhalten
Zugänglich
ja
Form
rund
Außendurchmesser
9,90 m
(max.) Mauerstärke
2,10 m
Bergfried
PD

Historie

um 1050
erbaut
1133
(Graf Gozmar II. von Reichenbach)
1186
die Burg kommt durch Heirat an den Thüringer Landgrafen (Ludwig II.); in der Folge wiederholte Streitereien um die Burg zwischen den Landgrafen von Hessen und Thüringen
1247
Eroberung der Burg durch den Hessischen Landgrafen; bei dem sie bleibt
1315–1490
Sitz des Vogtes des Amtes Reichenbach und Nutzung als gräfliches Jagdschloss
1490
Verlagerung des Amtes nach (Hessisch-)Lichtenau; die Burg hat danach kaum noch Bedeutung und wird noch in Teilen als Zehntscheune genutzt
um 1550
Zerstörung der Burg auf Befehl von Kaiser Karl V.; anschließend Nutzung als Steinbruch
1697
eine Zeichnung zeigt beide Türme als noch stehend
1820
Einsturz des stärkeren sö Turms in der Ringmauer
1899–1901
Sanierung und Aufstockung des stark geschädigten kleineren Turms zum Aussichtsturm; ab da als „Bergfried“ bezeichnet
1934
erneute Turmsanierung und Durchführung von Ausgrabungen in der Burg
1955
Sperrung des Aussichtsturms wegen Baufälligkeit
2008/09: erneute Sanierung des Turms einschließlich Schutz durch ein Dach zur Minderung neuer Bausch

Besitzer

ErbauerChatten
Stammsitz Grafen von Reichenbach
1186 Landgrafen von Thüringen
1247 Landgrafen von Hesen



Literatur und Quellen

  Cremer, Folkhard / Wolf,  Tobias Michael (Bearb.): Georg Dehio - Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Hessen I: Regierungsbezirke Gießen und Kassel, München 2008
  Dursthoff, Lutz (Redaktion): Die deutschen Burgen und Schlösser in Farbe, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-8105-0228-6


Bilder




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