Martiniturm und Oberes Wasserloch

Stadtmauerturm in Goslar


Copyright © Andreas Umbreit Terrapolaris

Lage


Land:Deutschland
Bundesland:Niedersachsen
LandkreisGoslar
Ort38640 Goslar
Adresse:Neue Straße 21
Geographische Lage:51.902942°,   10.423553°

Beschreibung

Das Obere Wasserloch ist ein brückenartiger Verteidigungsbau über den Zufluß der Abzucht (vom Rammelsberg kommender Teil der Gose) in die Altstadt im Südwesten Goslars. Im Mittelalter konnte hier durch Herablassen eines starken Metallgitters der Durchfluss gegen Eindringlinge gesperrt werden. Neben dem Brückenbogen über den Hauptdurchfluß existierte im Oberen Wasserloch ein zweiter, ca. 2 m höher liegender kleinerer Durchlass für den Mühlenkanal, der ebenfalls gegen Eindringlinge gesichert war. Flankiert wurde das Obere Wasserloch nach Süden vom in die Stadtmauer als Wehrturm integrierten Turm der Martinikapelle (Martiniturm), auf der Nordseite vom Schneiderturm. Letzterer wurde durch die Goslarer Schneidergilde unterhalten und in Kriegszeiten bemannt. Um 1500 wurde im Zuge des Ausbaus der Verteidigungsanlagen mit vorgelagertem Wall und Graben auch das Obere Wasserloch durch zusätzliche Befestigungen direkt neben dem Vortor des Klaustores, wo die Abzucht durch den Wall geleitet wurde, weiter verstärkt. #E#rhalten: Von der mittelalterlichen Bausubstanz sind noch Teile des Brückenbaus des Oberen Wasserlochs mit Teilen des Mauerwerks des auf ihm stehenden Gebäudes auf seiner Westseite, sowie der Martiniturm und Gebäudeteile auf der Nordseite des Brückenbaus erhalten. Der Durchlass des früheren Mühlenkanals ist vermauert, aber noch erkennbar. Die Fachwerkbauten auf der Wehrbrücke und nördlich von dieser sind erst in der Neuzeit entstanden, während der Schneiderturm nach schweren Hochwasserschäden 1651 dann 1818 vollständig abgerissen wurde.

Historie

erste urkundliche Erwähnung der Martinikapelle (1256)
älteste Holzteile im Nordostflügel (1356)
Integration des Martiniturms in die Verteidigungsanlage (1402)
Überbauung der Wehrbrücke mit einem Fachwerkhaus (1582)
Abriss der Martinikapelle (1621)
Dammbruch am Herzberger Teich der Gruben im Rammelsberg beschädigt durch Flutwelle den Schneiderturm stark (1651)
Übergang der Gebäude auch auf der Wehrbrücke in bürgerliche Nutzung (1719)
Vollständiger Abriss des Schneiderturms (1818)
Größere Um– und Ergänzungsbauten (1848)
aufwändige denkmalgerechte Sanierung des ganzen Komplexes durch den heutigen Eigner nach schadenverursachendem falschem Sanierungsversuch 1986unter dem Voreigner (2010-2013)


Ansichten



Copyright alle Bilder © Andreas Umbreit Terrapolaris


Quellen und Literatur

  Griep, Hans-Günther [1992]:  Goslar - Die Befestigungsanlagen, 1. Aufl., Goslar 1992

Tore und Türme der Stadtbefestigung

NameArtBild
Achtermannverschwundener Stadtmauerturm
BatterieturmBatterieturm
Breites TorTorturm
Dat Svarte Kalbverschwundener Stadtmauerturm
Frankenberger KircheStadtmauerturm
Hirtenturmverschwundener Stadtmauerturm
KegelwortturmStadtmauerturm
Klaustorteilweise erhaltenes Stadttor
Knochenhauerturmverschwundener Stadtmauerturm
Kramerturmteilweise erhaltener Stadtmauerturm
Lamborger Torverschwundenes Stadttor
Papenturmteilweise erhaltener Stadtmauerturm
Rosentorverschwundenes Stadttor
Schärpertorverschwundenes Stadttor
Schlopptorverschwundenes Stadttor
Schmiedeturmteilweise erhaltener Stadtmauerturm
TeufelsturmStadtmauerturm
Unteres Wasserlochverschwundener Stadtmauerturm
Vititorverschwundenes Stadttor
WeberturmStadtmauerturm