Alternativname(n)  Großer und Kleiner Everstein
Nutzung
  • frei zugängliche Ruine

Everstein

Lage
Bundesland
Niedersachsen
Landkreis
Ort
37639 Bevern-Negenborn
Lage
südwestlich des Ortes
Koordinaten
51.87694°, 9.54444°
Beschreibung

Doppelburganlage auf dem Großen und Kleinen Everstein, Mauerreste, Schuttmassen

Erhalten: Mauerreste

Beschreibung im Denkmalatlas Niedersachsen

Die Burg Kleiner Everstein war Teil einer zweiteiligen Burganlage, deren zweites Element, der Große Everstein, 500 m weiter südsüdwestlich lag. Die Anlage wurde nach den Funden wahrscheinlich um 1100 als ursprünglicher Stammsitz der Grafen von Everstein errichtet, der Große Everstein scheint erst später dazugekommen zu sein. Nach der Slavenchronik des Helmold von Bosau war die Burg 1126 Aufenthaltsort des heiligen Vicelin. Die erste urkundliche Erwähnung der Gesamtanlage erfolgte 1226. Eine ausdrückliche Erwähnung des Großen Everstein im Jahr 1265 impliziert die Existenz des Kleinen Eversteins. Eine ausdrückliche urkundliche Nennung speziell des Kleinen Eversteins ist nie erfolgt. Am Ende des 13. Jhs. ist er laut dem Fundspektrum wieder aufgegeben worden. Ob dies in Folge der Belagerung und Einnahme der Anlage durch die Welfen 1284 oder schon vorher geschah, ist beim gegenwärtigen Forschungsstand nicht zu entscheiden.

Im Gelände findet sich ein ca. 60 m langes und 30 m breites Plateau in N-S-Orientierung, dass am Hang außer im S von einem breiten Graben mit Vorwall umzogen wird. Die Sohl-Breite des Walles beträgt 15-20 m, die Breite der Wallkrone ca. 2 m; die Wallhöhe 2-3 m, zum N-Bereich hin bis 5 m. Am N-Ende des Plateaus befindet sich eine hügelartige Erhöhung mit Eintiefungen, wohl von Kellern, eine ähnliche Erhöhung liegt am S-Ende. Dort gelang die Aufdeckung von Mauerresten eines innen polygonalen Turmes, dessen Außenschale im Schutt liegt, so dass zu seiner Außenform keine Angaben gemacht werden können. Die Mauerstärke betrug mindestens 0,83 m, die Mauer bestand aus Muschelkalkquadern mit Vermörtelung. Auf dem Burggelände sind Spuren unerlaubter Grabungstätigkeit beobachtet worden.

Lizenz: CC by-sa/4.0

Externer Link zum Eintrag

Historie

Anfang 12.Jh.
erwähnt
2. Hälfte 13. Jh.
Aufgabe des Kleinen Eversteins
1493
nach Verlegung des Amtes nach Forst an der Weser abgebrochen
1980/85
teilweise untersucht

Besitzer

ErbauerGrafen von Everstein
1408 durch Heirat Welfen



Literatur und Quellen

  Brüning, Kurt / Schmidt,  Heinrich (Hrsg.): Niedersachsen/Bremen. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands 2, 5.00. Aufl., Stuttgart 1986
  Weiß, Gerd (Bearb.): Georg Dehio - Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Bremen Niedersachsen, München 1992


Bilder




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