Höhenburg, mächtiger dreigeschossiger Palas, polygonal gebrochener Treppenturm im Hof, zweigeschossiger verputzter Wohnflügel, barocke Wirtschaftsgebäude im Tal
Der heutige Ortsteil von Nordstemmen wird erstmals in der auf 996 datierten Stiftungsurkunde Bischof Bernwards für das spätere Michaeliskloster Hildesheim erwähnt. Die Poppenburg ist eine auf einer Anhöhung am Ostufer der Leine gelegene, in ihrem Ursprung mittelalterliche Anlage. Das Königsgut „Bobbenburg“ wird 1049 von Heinrich III dem Bistum Hildesheim vermacht. Die Burganlage, 1227 erstmals urkundlich erwähnt, fällt mit dem Aussterben der Grafen Poppenburg an das Hochstift Hildesheim Hildesheim und bildet seither den Mittelpunkt gleichnamigen Amtsbezirks. Die Leinenquerung in Form einer Brücke bzw. Fähre und die zugehörige Zollstation gelten als wichtiger Verkehrs- und Handelsknotenpunkt der Route Hildesheim - Paderborn. In Folge der Hildesheimer Stiftsfehde 1523 fielen Burg, Amt das Dorf unter die calenbergische Landeshoheit, unter welcher sie bis 1643 blieben. Ab 1642 Amtspfarrei, 1654 Kapellenneubau, 1785/86 Umbau des Brauhauses zur Kirche durch Fürstbischof Wilhelm. Umnutzung zur Domäne. 1824 wird das Amt Poppenburg mit dem Amt Gronau zusammengeführt.Der ehemals der Burganlage zugehörige barocke Wirtschaftshof aus dem 17. und 18. Jahrhundert befindet sich am Fuße des Burghügels.
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Die Poppenburg deckte einen wichtigen Leineübergang des alten Fernhandelsweges vom Rheinland nach Mitteldeutschland.