Nutzung
  • Bio-Landwirtschaftsbetrieb

Wellingerode

Lage
Bundesland
Hessen
Ort
36205 Sontra-Mitterode
Lage
südlich des Dorfes im Tal der Sontra
Koordinaten
51.09105°, 9.93890°
Beschreibung

Beginnend mit einem Wohnturm wurde das Herrenhaus um einen gleich hohen Anbau nach Norden erweitert. Auf der Westseite (Hofseite) vorgesetzt ein polygonaler Treppenturm mit Renaissanceportal. Ursprünglich eine Wasserburg, ist der ehemalige Wassergraben heute vollständig verschwunden – bei Bauarbeiten aber noch anhand der Verfüllung erkennbar. Aufgrund des Einsturzes eines Teils der Ostwand und nur improvisierter Absicherung des Gebäudes ist das Herrenhaus unbewohnt und gesperrt. Westlich schließt sich an das Herrenhaus der geräumige Vierseithof mit den Wirtschaftsgebäuden der ehemaligen Domäne an, die im Wesentlichen aus dem 19. und 20. Jh. sind.

Das Herrenhaus entstand aus dem quadratischen Wohnturm.
Maße
Wohnturm ca. 10 x 10 m
Bergfried
Form
quadratisch
Grundfläche
10,00 x 10,00 m

Historie

11368
(Ersterwähnung des Dorfes Wellingeroyde)
um 1368
Entstehung des ursprünglichen Wohnturms mit Wassergraben unter den Herren von Muterode; ab 1425 den Dieden zum Fürstenstein als neuen Lehensinhabern der „Kemenate“ und des Dorfes; zu dem auch eine Kapelle gehört
1585
das frühere Dorf ist offenbar zugunsten des Gutes verschwunden
1591/92
Errichtung eines Erweiterungsbaus zum Wohnturm
1593
Bau des vorgesetzten Treppenturms
1785
Errichtung eines weiteren niedrigeren Anbaus nach Süden
1817–1963
aus der Zeit als Staatsdomäne stammen die bestehenden Wirtschaftsgebäude; ungenügende Instandhaltung am Herrenhaus; bei dem der Zustand des Erweiterungsbaus von 1591 nach der Übergabe 1963 an die neuen Eigner durch einen Sachverständigen als bedenklich eingestuft wird
1996
überraschend bricht ein Teil der Ostfassade des Erweiterungsbaus über alle Stockwerke ein; anschließend Notsicherung durch Landesdenkmalamt; das Herrenhaus ist seitdem unbewohnt und gesperrt

Besitzer

ErbauerHerren von Ubach (Stammsitz?)
14. Jh. Herren von Muterode/Mitterode
Tod des Lutz von Mitterode als letztem Vertreter dieses Geschlechts
Vergabe des Lehens durch Ludwig I. von Hessen an seinen Burgmann Diede
wüstgefallener Ort bei Wellingerode) und später zum Fürstenstein nannte (1425 dessen Familie sich von Ubach
mit dem Tod des Wilhelm Diede zum Fürstenstein stirbt das Geschlecht aus
1807 das Lehen wird damit frei
der auch Hessen regierende
von Napoleon eingesetzte König Jerome Bonaparte von Westphalen vergibt das Lehen an Oberst Pierre Simon Meyronnet
1808 für den er gleichzeitig den Titel Graf von Wellingerode einführt
mit dem Ende des Königreichs Westphalen fällt das Gut Wellingerode an das Fürstentum Hessen-Kassel zurück und wird zur Staatsdomäne
1813 bis in die bundesrepublikanische Zeit hinein überwiegend von Pächtern bewirtschaftet
die heutige Gutseigentümerfamilie erhält das Gut Wellingerode im Tausch (plus Zuzahlung) als Ersatz für die Flächen ihres früheren Landwirtschaftsbetriebes bei Sontra
1963 die für die Einrichtung der dortigen Husarenkaserne samt Übungsplatz benötigt wurden



Literatur und Quellen

  Cremer, Folkhard / Wolf,  Tobias Michael (Bearb.): Georg Dehio - Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Hessen I: Regierungsbezirke Gießen und Kassel, München 2008
  Knappe, Rudolf: Mittelalterliche Burgen in Hessen, 2.00. Aufl., Gudensberg-Gleichen 1995, ISBN 978-3-86134-228-1


Bilder




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