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Lage
Bundesland
Bayern
Landkreis
Ort
86655 Harburg (Schwaben)
Adresse
Burgstraße 1
Lage
oberhalb der Stadt
Koordinaten
48.78535°, 10.68742°
Beschreibung

umfangreicher unregelmäßiger Komplex, Burgvogtei, Weißer Turm, westlich viergeschossiger Bergfried („Diebsturm“ oder „Hungerturm“), östlicher Bergfried („Roter Schneckenturm“ oder „Faulturm“), Saalbau, Fürstenbau, Pfisterbau (einfacher Renaissancebau mit quadratischem und rundem Turm), Nebengebäude nördlich außerhalb des Schlosshofes

Eine der am besten erhaltenen Burganlagen in Deutschland mit sichtbaren Bauten aus Romanik, Gotik, Renaissance und Barock. 220 x 120 m große zweiteilige Anlage. In romanischer Zeit pfalzartige Größe mit zwei Bergfrieden und 80 m langer Mantelmauer, heute 12 m hoch mit gedecktem Wehrgang. Der ältere Bergfried (Diebsturm um 1180) von 9,5 x 9,5 m und 16 m Höhe. Romanischer Sockel 7 m hoch. Zweiter Bergfried (Faulturm um 1250) 20 m hoch. Barocker Saalbau mit herrlichem Rokokosaal, Fürstenbau und Kapelle barock, Kasten mit Dürnitz gotisch. Inneres Torhaus mit Fallgatter spätgotisch. Nördliche Ringmauer in den unteren Teilen romanisch mit vier Wehrtürmen, davon drei von 1250, in spätgotischer Zeit erhöht. 120 m tiefer Ziehbrunnen. Große etwas tiefer gelegene Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden und Stallungen. Ringmauer mit roman Torturm von 6,5 x 6,5 m und noch 6 m Höhe. Zwinger mit äußerem Tor und fünf bastionsartigen Schalentürmen um 1500. Davor 20 m breiter und 10 m tiefer Sohlgraben.

Romanische Bauteile:
Buckelquader und Glattquader an den Bergfried und der Ringmauer, roman Löwenkopf in der SM, gotische dreischiffige Dürnitz im Kastenbau, romanischer Torturm mit Tor, Kapelle mit gotischer Krypta und gotischer Ausstattung. Fürstenbau und Saalbau barock.
Maße
Brunnentiefe ursprünglich ca. 100 m
heute noch ca. 50 m tief

Reliefansicht im BayernAtlas

Türme

Diebsturm, Hungerturm, Westlicher Bergfried

ursprünglich hochliegender Rundbogeneingang zur Hofseite, Abort in der westlichen Außenwand

Zustand
erhalten
Zugänglich
nein
Form
quadratisch
Höhe
16,00 m
Höhe des Eingangs
5
Anzahl Geschosse
4
Diebsturm, Hungerturm, Westlicher Bergfried
Roter Schneckenturm, Faulturm, östlicher Bergfried

Der Bergfried wurde im 18.Jh. zum Treppenturm mit Schneckenhaubendach umgebaut.

Zustand
erhalten
Zugänglich
nein
Form
quadratisch
Höhe
16,00 m
Roter Schneckenturm, Faulturm, östlicher Bergfried
Kapelle
Patrozinium
St. Michael
Beschreibung
ursprünglich romanische Schlosskirche St. Michael (14./15.Jh) mit schönen spätgotischen Skulpturen an den Chorwänden und Grabmälern oettingischer Fürsten. Um 1720/21 barock umgebaut. Unter dem Chor eine Gruftkapelle aus dem 14.Jh.
Außenansicht
Kapelle Außenansicht
Park
kleiner Ziergarten im oberen Burghof, Privatgärten und Obstgarten im unteren Burghof

Historie

11./12.Jh.
erbaut
1093
(Mathilde de Horeburc)
1150
(„Horeburc“)
um 1200
Bau der Ringmauer und des westlichen Bergfrieds (Diebsturm)
um 1300/1400
Bau von Zwinger und Vorburg
1493–1522
Erneuerung der Anlage
1493–1549
Residenz der Grafen von Oettingen
1558
Bau der Pfisterei
um 1562
Neubau der Burgvogtei
1588–1622
Ausbau im Stil der Hochrenaissance
1594
Errichtung des äußeren Tores durch Graf Gottfried von Oettingen
1594/95
Bau des Kastenhauses
1663
Neubau des Brunnenwerks
1666
Neubau des Brauhauses in der Vorburg
18.Jh.
Umbau des östlichen Bergfrieds
1717–1721
Aufstockung des Saalbaus unter Fürst Albrecht Ernst II.
1744
Neubau des Amtspflegerhauses
1753
Neubau des Baumeisterhauses in der Vorburg
1782
Aufstockung des „Weißen Turms“ um ein Geschoss
1800
im Zweiten Koalitionskrieg durch französische Truppen beschossen
1807
Bau einer steinernen Brücke an der Stelle der Zugbrücke
1839–1869
Erneuerung des Fürstenbaus für Fürst Friedrich von Oettingen-Wallerstein
1840
Neubau des Wasserturms
1866
Abbruch der Hofküche
1869–1871
Abbruch der Münze und des Baumeisterhauses in der Vorburg
1873
Brand des Brauhauses
seit 1947
Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten

Wappenbilder


Besitzer

ErbauerStaufer
1299 als Pfand Grafen von Oettingen
1731 ausgestorben Grafen von Oettingen-Oettingen
1731 Grafen von Oettingen-Wallerstein
2000 Gemeinnützige Fürst zu Oettingen-Wallerstein Kulturstiftung



Literatur und Quellen

  Meyer, Werner: Burgen und Schlösser in Bayerisch Schwaben, München 1979
  Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern: Nördlingen - Bopfingen - Oettingen - Harburg - Teil II: Exkursionen. Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern 41, Mainz 1979
  Schmitt, Günter: Ostalb. Burgenführer Schwäbische Alb 6, Biberach 1995, ISBN 3-924489-74-2
  Sponsel, Wilfried: Burgen, Schlösser und Residenzen in Bayerisch-Schwaben, (o.O.) 2006


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