Alternativname(n)  Chastè da Tschanüff
Links

Tschanüff

Lage

Ort
7556 Valsot-Ramosch
Lage
westlich Ramosch am Ostrand des Branclatobels
Koordinaten
46.83308°, 10.37561°

Beschreibung

Spornburg, zusammen mit Schloss Tarasp die wichtigste Burganlage im Unterengadin. Archäologisch ist eine erste Burg auf dem Burghügel ab dem 10. Jahrhundert nachgewiesen, deren ursprünglicher Turm sich auf dem höchsten Punkt befand. Auf diese erste Befestigung geht noch ein Mauerfragment im Vorburgbereich zurück. Der älteste Teil der heutigen Burgruine ist der Bergfried aus dem frühen 13. Jahrhundert und die Reste der östlich an den ehemals dreigeschossigen Südtrakt angrenzenden Schildmauer, sowie Teile des Südtraktes. #D#ie anderen Burgteile entstanden bis ins frühe 16. Jahrhundert, einschließlich der südlich vorgelagerten Vorburg. Bemerkenswert ist die westlich an den Südtrakt angrenzende, zunächst drei Meter dicke westliche Schildmauer, die nach Aufkommen der Kanonen um eine vorgemauerte, gleich starke Verstärkung ergänzt wurde (deutlich sichtbare Fuge), sodaß beide zusammen wie ein weiterer, etwa quadratischer Turm wirken, obwohl es sich um eine massive Konstruktion ohne Innenräume handelt. #D#er nordwestliche Teil der Burg fiel 1780 einem Bergrutsch zum Opfer, der gleichzeitig auch zur endgültigen Aufgabe der Burg führte.
Erhalten: fünfstöckiger Bergfried (nur das Mauerwerk), Bering der Hauptburg nach Osten und Süden einschließlich der den Südtrakt nach Osten und Westen sichernden Schildmauern, weitere Gebäudereste in der Hauptburg, Ringmauerreste der Vorburg.


Bergfried

Der Bergfried aus lagerhaft geschichteten regelmäßigen Hausteinen liegt in der NO-Ecke der Anlage. Er besitzt lange Ecksteine mit Bossen und präzisem Kantenschlag.
Form:quadratisch
Grundfläche:8,30 x 8,30 m
(max.) Mauerstärke:2,00 m


Historie

um 957 (nach dendrochronologischen Untersuchungen) für die Herren von Ramosch errichtet

Besitzer

ErbauerHerren von Ramosch
Herren von Ramosch (bis 1367
als Herzog Leopold von Österreich das Lehen wegen eines Brudermordes durch einen der letzten von Ramosch aufhob)
1367 belehnt durch Herzog Leopold von Österreich Herren von Matsch
ab 1394 umstritten zwischen den Herren von Matsch und dem Churer Bischof
Bischof von Chur (Burgherr endgültig ab 1421
bis zur Preisgabe 1780 und rechtlich bis zur Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluß von 1803)
bis Anfang 20. Jh. Bank Tönduri
Anfang 20. Jh. Kauf Nationalrat Jon Vonmoos-Tognoni
bis 2001 Uorschla Müller-Vonmoos
Verein 2001 zur Erhaltung der Burg gegründet Fundaziun Tschanüff



Literatur und Quellen

  Meyer, Werner / Clavadetscher,  Otto P.: Das Burgenbuch von Graubünden, (o.O.) 1984, ISBN 3-280-01319-4


Bilder




Objekte im Umkreis von 5 Kilometern

NameOrtArtDistanz (km)Bild
Wohnturm Sent Sent 3,76 km -