Alternativname(n)  Hohentann
Nutzung
  • frei zugängliche Burgstelle

Hohenthann

Lage
Bundesland
Bayern
Landkreis
Ort
87452 Altusried-Hohentann
Adresse
Hohentann 1
Lage
östlich des Einödhofes Hohentann
Koordinaten
47.79373°, 10.14049°
Beschreibung

Ursprünglich Dienstmannenburg des Stifts Kempten, wohl ab Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden. In ihrer Blütezeit verfügte die Burg in Spornlage über einen hoch aufgemauerten Bering, einen hohen viereckigen Wohnturm (Boden-Außenmaß 11,4x10,8m), Burgkapelle, einen zweiten kleineren Turm, Wirtschaftsgebäude und das Tor auf der Westseite, von dem eine Holzbrücke über den sehr tiefen und breiten Halsgraben führte. Südwärts schloß sich eine kleine Vorburg an, nach Osten wurde der dort abfallende Sporn durch einen weiteren Graben abgetrennt (siehe Zeichnung des Zustandes um 1760). Nach 1803 wurde die Burg als Steinbruch zum Abriss freigegeben, der nahezu komplett erfolgte, anschließend ging ein guter Teil der Reste durch Kiesabbau verloren, dem bis in die 1980er Jahre der halbe Burghügel (ursprünglich: ca. 25 x 22 m) zum Opfer fiel.
Auf dem Burghügelrest befinden sich an der Stelle des abgerissenen Hauptturms ein Informationsstein von 1927 und eine Informationstafel von 2007.
Erhalten: teils verfüllter Halsgraben auf der Westseite, östlicher Graben, Reste des Burghügels und sehr geringe Reste von Mauerwerk aus Rollsteinen. Auf dem Burghügelrest befinden sich an der Stelle des abgerissenen Hauptturms ein Informationsstein von 1927 und eine Informationstafel von 2007.
Zugang: der Burgstall liegt östlich des Einödhofes Hohentann, ein Wirtschaftsweg führt durch den ehemaligen Halsgraben und an der verwilderten Kiesgrube vorbei, der ein Großteil des Burghügels zum Opfer fiel. Auf dem rechten (südlichen) Rand der Kiesgrube schmaler Trampelpfad auf den Rest des Burghügels. Südliche Vorburg und östlicher Graben stark überwuchert.

Erhalten: Reste des Burghügels, teils verfüllter Halsgraben, östlicher Graben

Maße
Burghügel ursprünglich ca. 25 x 22 m

Reliefansicht im BayernAtlas

Historie

1144
(Erwähnung von vier Brüdern als Dienstmannen des Stifts Augsburg an einem „Tanne“ genannten Platz, möglicher erster Bezug auf Hohentann)
1268 Burg als in Besitz der edelfreien Herren von Hohenegg erwähnt
erwähnt
1454
Burg brennt durch versehentliches Feuer ab; Neuaufbau
ab 1502
an Fürststift Kempten; Sitz einer Vogtei
1595
Reparatur der Burg
1602–1604
Durchführung weiterer Reparaturen
1642
Umwandlung der Vogtei in kemptisches Pflegamt bis 1648
nach 1650
letzte bezeugte Reparaturen
1803
Verkauf der baufälligen Burg als Steinbruch
1927
Errichtung des Informationssteins
bis nach 1980
Zerstörung des halben Burghügels einschließlich Brunnen durch Kiesgrube

Besitzer

um 1144 vermutlich örtliche Dienstmannen des Stifts Kempten
1268 Edelfreie von Hohenegg
1413 Herren von Heimenhofen
1499 Verpfändung an Cyprian von Sarnstein
1502 Kauf Fürststift Kempten



Literatur und Quellen

  König, Jochen: Wanderungen zu Allgäuer Burgen, (o.O.) 1994
  Meyer, Werner: Burgen und Schlösser in Schwaben. Burgen - Schlösser - Herrensitze, Frankfurt/Main 1964
  Nessler, Toni: Burgen im Allgäu 1, Kempten 1985, ISBN 978-3880061026
  Zeune, Dr. Joachim, Büro für Burgenforschung Dr. Joachim Zeune und Andreas Koop, designgruppe koop (Hrsg.): Burgenregion Allgäu, (o.O.) 2008


Bilder




Objekte im Umkreis von 5 Kilometern

NameOrtArtDistanz (km)Bild
Schanze Walkenberg Altusried-Frauenzell 4,05 km -
Wallburg Walkenberg Altusried-Frauenzell 4,14 km -