NutzungPrivatbesitz, Mittelalterliche Bauteile von Westen vom Fußweg zwischen Klaustor und Kaiserpfalz sichtbar, die neuzeitliche östliche Fachwerkfassade von der Neuen Straße
Links Glucsburgh
Link zu Stadtbefestigung Goslar


Lage

LandDeutschland
BundeslandNiedersachsen
LandkreisGoslar
Ort38640 Goslar
AdresseNeue Straße 21
Koordinaten
51.90294°, 10.42355°


Beschreibung

Das Obere Wasserloch ist ein brückenartiger Verteidigungsbau über den Zufluß der Abzucht (vom Rammelsberg kommender Teil der Gose) in die Altstadt im Südwesten Goslars. Im Mittelalter konnte hier durch Herablassen eines starken Metallgitters der Durchfluss gegen Eindringlinge gesperrt werden. Neben dem Brückenbogen über den Hauptdurchfluß existierte im Oberen Wasserloch ein zweiter, ca. 2 m höher liegender kleinerer Durchlass für den Mühlenkanal, der ebenfalls gegen Eindringlinge gesichert war. Flankiert wurde das Obere Wasserloch nach Süden vom in die Stadtmauer als Wehrturm integrierten Turm der Martinikapelle (Martiniturm), auf der Nordseite vom Schneiderturm. Letzterer wurde durch die Goslarer Schneidergilde unterhalten und in Kriegszeiten bemannt. Um 1500 wurde im Zuge des Ausbaus der Verteidigungsanlagen mit vorgelagertem Wall und Graben auch das Obere Wasserloch durch zusätzliche Befestigungen direkt neben dem Vortor des Klaustores, wo die Abzucht durch den Wall geleitet wurde, weiter verstärkt. #E#rhalten: Von der mittelalterlichen Bausubstanz sind noch Teile des Brückenbaus des Oberen Wasserlochs mit Teilen des Mauerwerks des auf ihm stehenden Gebäudes auf seiner Westseite, sowie der Martiniturm und Gebäudeteile auf der Nordseite des Brückenbaus erhalten. Der Durchlass des früheren Mühlenkanals ist vermauert, aber noch erkennbar. Die Fachwerkbauten auf der Wehrbrücke und nördlich von dieser sind erst in der Neuzeit entstanden, während der Schneiderturm nach schweren Hochwasserschäden 1651 dann 1818 vollständig abgerissen wurde.

Historie

erste urkundliche Erwähnung der Martinikapelle (1256)
älteste Holzteile im Nordostflügel (1356)
Integration des Martiniturms in die Verteidigungsanlage (1402)
Überbauung der Wehrbrücke mit einem Fachwerkhaus (1582)
Abriss der Martinikapelle (1621)
Dammbruch am Herzberger Teich der Gruben im Rammelsberg beschädigt durch Flutwelle den Schneiderturm stark (1651)
Übergang der Gebäude auch auf der Wehrbrücke in bürgerliche Nutzung (1719)
Vollständiger Abriss des Schneiderturms (1818)
Größere Um– und Ergänzungsbauten (1848)
aufwändige denkmalgerechte Sanierung des ganzen Komplexes durch den heutigen Eigner nach schadenverursachendem falschem Sanierungsversuch 1986unter dem Voreigner (2010-2013)


Weitere Türme der Stadtbefestigung

KegelwortturmStadtmauerturm
TeufelsturmStadtmauerturm
WeberturmStadtmauerturm
Achtermannverschwundener  Stadtmauerturm
BatterieturmBatterieturm
Frankenberger KircheStadtmauerturm
Breites TorTorturm
Hirtenturmverschwundener  Stadtmauerturm
Dat Svarte Kalbverschwundener Stadtmauerturm
Kramerturmteilweise erhaltener Stadtmauerturm
Knochenhauerturmverschwundener  Stadtmauerturm
Klaustorteilweise erhaltenes Stadttor
Schmiedeturmteilweise erhaltener Stadtmauerturm
Papenturmteilweise erhaltener Stadtmauerturm
Schlopptorverschwundenes  Stadttor
Schärpertorverschwundenes  Stadttor
Lamborger Torverschwundenes  Stadttor
Vititorverschwundenes  Stadttor
Rosentorverschwundenes  Stadttor
Unteres Wasserlochverschwundener Stadtmauerturm

Bilder


Literatur und Quellen

  Griep, Hans-Günther: Goslar - Die Befestigungsanlagen, Goslar 1992