Schloss Hofstetten

Schloss Hofstetten

Schloss Hofstetten ist im Kern eine hochmittelalterliche Burg der Herren von Hofstetten, die letztmalig 1690-94 durch den Eichstätter Fürstbischof Johann Euchar Schenk von Castell barock überformt wurde. Die erste urkundliche Nennung eines Hofstetters erfolgte 1122. Die Familie konnte als Ministeriale der Eichstätter Bischöfe und ihrer Vögte, der Grafen von Hirschberg, ihre Stellung festigen und ausbauen. Berühmtester Hofstetter war Heinrich Schenk von Hofstetten, der sowohl die Burghut der bischöflichen Burg Nassenfels, wie auch der gräflichen Burg Hirschberg im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts inne hatte. 1276 wurde er durch den bayerischen Herzog mit der Burg Geyern bei Weißenburg belehnt, woraufhin bereits (wenigstens) ein Teil seiner Söhne sich Schenken von Geyern nannte. Der letzte Schenken von Geyern starb im Jahr 1974 ohne männliche Nachfolger. Der älteste Hofstetter Baubestand (Bergfried, große Teile der Außenschale des Festen Hauses, sowie die Schildmauer und Teile eines Nutztraktes, wie auch die Ringmauer in Fragmenten) gehen vermutlich auf Heinrich Schenk von Hofstetten zurück, der 1304 verstarb. Sie sind integriert in den heutigen Baubestand, nachdem bereits der Eichstätter Bischof Wilhelm von Reichenau Burg und Dorf 1466 für das Fürstbistum von Nachfahren der Familie erwarb und die Burg stark umbauen ließ. Aus den drei noch heute nachweisbaren Einzelgebäuden (Bergfried, Festes Haus und Nutztrakt) der Burg formte er ein zusammenhängendes Gebäude, das vermutlich für Jagdaufenthalte ausgestattet wurde und zugleich noch Sitz eines Revierförsters war. Die folgende barocke Umbaumaßnahme entkernte wiederum dieses spätmittelalterliche Jagdschloss größtenteils und etablierte bei gleicher Traufhöhe von zwölf Metern zwei statt ursprünglich drei Obergeschosse. Dieser Bauzustand, den der Eichstätter Hofbaumeister Jakob Engel schuf, blieb durch die nachfolgende Nutzung als Forstamt größtenteils erhalten und zeichnet Schloss Hofstetten bis heute aus. Der Umbau knapp 50 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg war schlicht, mit einer heute rekonstruierten Architekturmalerei der Fassade und Quadraturstuck in allen nicht gewölbten Räumen. Ein großer Teil der barocken Holz- und Steinböden blieb bis heute erhalten, sowie ein nicht unwesentlicher Teil der Türen. Zwei Sanierungskampagnen der heutigen Besitzer (1979-90 und 2003-09) haben die verlorengegangenen Ausstattungsgegenstände wieder rekonstruiert, so dass Schloss Hofstetten heute wieder die Zeit um 1694 lebendig werden lässt. Um das Schloss läuft noch die in Teilen wohl dem späten 13. Jahrhundert zugehörende Ringmauer mit drei Eckbastionen, die eine Zutat des späten 15. Jahrhunderts sein dürften. Der ehemalige Wassergraben ist heute trockengelegt, lässt aber noch gut die einstige Wehrhaftigkeit der Anlage erahnen. Auf dem von einer barocken Gartenmauer umschlossenen Areal befindet sich noch eine spätbarocke Remise, die für Feierlichkeiten vermietet wird. (© Juri-Johannes Leuschner)

Bilder

Schloss Hofstetten Schloss Hofstetten