Römerlager Hainer-Berg Römerlager Hainer-Berg Römerlager Hainer-Berg Römerlager Hainer-Berg

Mögliche Lager, Wiesbaden, Hainer-Berg, 1943, Blickrichtung Süd, röm. Marschlager, kelt. Oppidum

Römerlager Vahldorf Römerlager Vahldorf

Luftbild eines möglichen Römerlager östlich von Vahldorf (im Ohrekreis)

Dieses mögliche Römerkastell, dem "Uferkastell-Beckinghausen" ähnlich, liegt auf einem brettebenen Feld östlich von "Vahldorf" im alten Ohrekreis. Der Name des naheliegenden Ortes (der "Limes" wird in Süddeutschland heute noch als der "Pfahl" bezeichnet) könnte auf einen möglichen norddeutschen "Limes" hinweisen, der von "Alleringersleben" im Westen in Richtung Magdeburg/Wolmirstedt verlief. Mit den Ausmaßen - 170 Meter zu 70 Meter - ist die Wallanlage mit dem verschlämmten Graben genauso groß wie das Lippe-Kastell. Hier sind im Luftbild sogar die geradlinig in das Kastell strebenden Wege mit den begleitenden Gräben zu erkennen. Im nördlichen Mittelteil erkennt man die dunklen Baugräben eines Gebäudekomplexes aus vermutlich späterer Zeit. Die Konstruktion des Westtors bestand wie in Beckinghausen aus 16 Ständern (4 Pfähle in 4 parallel gesetzten Reihen). Vor dem Tor befand sich südlich des Weges ein quadratisches Torhaus oder Torturm. Das Ostttor bestand nur aus zwei Reihen mit je 4 Ständern; natürlich mit nicht sichtbaren Blockbohlen und Torflügeln verbunden. Auf dem Foto sind (speziell im ehemaligen Nordwall) die Innen- und Außen-Pfahlreihen der Holz-Erde-Mauer zu erkennen. In der südlichen Innenfläche könnten mögliche lange Lagerbaracken in Blockbohlenbauweise gelegen haben. In der Nordhälfte sind Hausgrundrisse mit Feuerstellen zu erkennen. In der Nordwestecke zeigen möglicherweise dunkle Punkte genau wie in Beckinghausen Töpferöfen. Es gibt in dieser Gegend weitere gleichgroße Wallanlagen sowie ein rechteckiges mögliches Ein-Legionen-Lager. Aber nur von diesem Kastell zeichneten sich in mehreren Jahren die Überreste der Bodenstrukturen auf Luftaufnahmen so deutlich im Getreidefeld ab. Die mögliche Station zwischen Alleringersleben und Vahldorf könnte eine der Wallanlagen bei Bevertal sein. Würde man den "Limes" weiter nach Osten verlängern, wäre die "Alte Elbe" bei Wolmirstedt erreicht worden. Auch dort gibt es große vorgeschichtliche Erdwerke und darunter eine mögliche römische Rechteckanlage.

Burg der Herren von Steinberg auf dem Sothenberg, Bad Salzdetfurth



Gruppe baulicher Anlagen
Ringmauer: Ostwall mit Graben sichtbar; südl. Graben durch Mauerversturz verschüttet(Maueranbauten) östliche Vorburg verwischt. Wüstung im Nordhang unterhalb zu erahnen; östliche Außenvorwerke. Gesamtlänge: W-NW - O-SO 200 m. Westliche Kernburg: W-O: 100 m Länge, zu N-S: 40 m Breite. Höhe üNN: 200 m – 235 m Westl. Kernburg 230 m bis 233 m, Vorburg Pkt. 235 m; nö Unterburg 220 m; östl. Kuhlager 200 m. Textgliederung

Lage, Name
Der „Sothen-Berg“ ist der nordwestliche Ausläufer der „Sauberge“ östlich oberhalb der Altstadt von Bad Salzdetfurth. Der Sothen-Berg besteht wie die umliegenden Berge aus schräg gestellten Schichten des rotbraunen mittleren Buntsandsteins. Von hier waren von den Besitzern der Burg die Salzdetfurther Salzquellen und die Salzpfannen direkt einsehbar. Der 235 Meter hohe „Sothen-Berg“ ist durch einen Sattel von der 400 Meter östlich gelegenen 257 Meter hohen Kuppe des „Salzbergs“ getrennt. Dort sind am am Nordhang salzhaltige Quellen vorhanden. Auf dem „Kuhlager“-Sattel befindet sich eine Mulde/Zisterne mit dem daneben liegenden Grundriss eines größeren Gebäudes(Stall). Von hier steigt in Richtung Westen eine geschotterte Forststrasse bergauf zum Trinkwasser-Hochbehälter und Sendemasten auf dem „Sothen-Berg“. Beide neueren Bauwerke haben das Zentrum der Burganlage stark in Mitleidenschaft genommen. Beim Bau des Wasserbehälters wurde der Nordostbereich zerstört, der Sendemast steht im Südwestbereich der Burg.

Beschreibung des Objekts
Nähert man sich der lang gestreckten Bergkuppe des Sothen-Bergs von Osten, erkennt man rechts des Weges im Anstieg schmale gestaffelte Terrassen. Weiter bergauf befindet sich rechts nördlich des Weges ein Steinbruch. Hier beginnt schon der mögliche Vorburgbereich. Weiter dahinter in Richtung Westen bei „Punkt 235,0" sind rechts des Weges mögliche Baureste zu vermuten. Weiter links des Weges ist eine abgerundete ebene Fläche zu erkennen. Man sieht von hier aus in einer Entfernung von etwa 50 Meter den vom Weg geschnittenen Ostwall mit dem bis zu 6 Meter breiten aber flachen Burggraben. Die größte Höhendifferenz zwischen Graben und Wall beträgt knapp einen Meter. In diesem Wall stecken vermutlich die Grundmauerreste der Ringmauer. Der Wall ist vom Innenraum her höchstens 50 Zentimeter hoch erhalten. Von der ovalen Burganlage ist im Frühjahr bei Bewuchs nur der Südschenkel der Ostmauer als niedriger Wall mit vorgelegtem Graben gut zu erkennen. Rechts nördlich des Fahrweges deutet ein kleines Schutthügelchen den Standort eines Turmes an. Von hier schwingt sich der Nordschenkel des Ostwalles bergab, um nach 15 Metern Länge in Richtung Westen umzubiegen. Auch dort ist der Außengraben gut sichtbar. Der Wall ist bis fast an den Zaun des Wasserbehälters zu verfolgen. Der etwa 6 Meter breite aber nur noch bis zu einem Meter tiefe Graben verliert sich im Gelände. Der südliche Abschnitt des Ostwalls zieht fast 20 Meter bergab in Richtung Süden. Der Bogen der Südostecke ist zerstört. Aber hier sind unterschiedlich große Steinbrocken aus Buntsandstein, kleinere Kalksteine, handgestrichene Dachziegel- und Mörtelreste zu finden. Der weitere Verlauf der südlichen Ringmauer in Richtung Westen ist als niedrige Geländestufe bzw. als Böschung erhalten. Unter der Laub- und Humusschicht sind Buntsandsteine, Rogensteine, Kieselsteine und Reste von möglichem Gußmauerwerk zu finden. Außen herum verläuft heute als Terrasse der vermutlich verschüttete Burggraben. Folgt man der Geländekante entlang dem eingezäunten Bereich des Sendemastes, erkennt man nach knapp 100 Metern von der Südostecke entfernt, dass hier der westliche Bogen der Ringmauer durch den zur Stadt absteigenden Fußweg überdeckt wird. Weitere 50 Meter bergab zeigt eine Geländestufe im Wegeverlauf eine rings um den Berg ziehende höhengleiche Geländestufe an. Wiederum von der Westseite des Plateaus in Richtung Wasserbehälter schauend, erkennt man an der Nordwestecke der Burg im Zuge der Ringmauerflucht eine sich geradlinig nach Osten streckende schräge Fläche mit südlich gelegener höherer Böschung. Es könnte sich um den ehemaligen Standort eines langen in Richtung West-Ost gestreckten Gebäudes handeln. Weiter in Richtung Osten wurde das nördliche Gelände der ehemaligen Ringmauer der Burg durch den Bau des Wasserbehälters stark zerstört. Unterhalb der Burg im Nordhang zeigt das Gelände mögliche Standorte von Wirtschaftsbauten. 20 Meter westlich von der Südostecke der Burg entfernt zieht eine steinige Geländedelle(Graben) geradlinig den Südhang hinab. Vielleicht handelt es sich um einen Wasserablauf des Ringgrabens oder eine alte Forstgrenze.

Entdeckung, Untersuchung, Ergebnisse
Die örtliche Überlieferung deutet auf eine „von Steinbergsche Burg“ hin. Den Herren von Steinberg wird die erste „industrielle“ Nutzung der Salzquellen im frühen 13.Jahrhundert.zugeschrieben. Da die Herren „von Cramm zu Bodenburg“ als Nachfolger der Steinbergschen Güter nur östlich der Lamme Waldflächen besitzen, war auch dort eine mögliche Burg zu suchen. Die „Lamme“ bildete zeitweilig die Grenze zwischen den Winzenburger und Woldenberger Herrschaftsbereichen. Somit könnten hier bei Salzdetfurth zwei Burgen als Grenzfesten zeitgleich bestanden haben. Auf dem Burgberg/Emilienhöhe lag eine mögliche Winzenburger Wehranlage, und auf dem Sothen-Berg könnte (laut dem Chronisten Johannes Letzner) nach Verlust der Goslarer Stammburg der folgende Hauptsitz der Herren von Steinberg erbaut worden sein.

Datierung/Interpretation
Burg des hohen Mittelalters des 12./13.Jahrhunderts. Auch die „Burg Homburg“(frühes 12.Jht.) bei Stadtoldendorf und die „Kleine Staufenburg“ bei Zorge(frühes 13.Jht.) hatten nur kleine Ringgräben, genauso die „Alte Bühler Burg“ bei Bühle im Landkreis Northeim. Die örtliche Überlieferung spricht von einer Zerstörung der „von Steinbergschen Burg“ im Jahre 1473. Diese Burg wurde bislang auf dem Burgberg vermutet.

Historische Bezüge
1182 Conradus de Stenberche, Enkel des Henricus de Bodenburg. Die Linien Bodenburg und Steinberg wurden bislang immer der gemeinsame Burgsitz auf der Bodenburg zugeschrieben, obwohl die Sauberge mit Salzdetfurth vermutlich nur zur Burg auf dem Sothen-Berg gehörten.

Hinweise zur denkmalpflegerischen Praxis
Da die Burganlage schon durch den Bau von Wasserbehälter und Fernsehumsetzer/Funkmast stark geschädigt wurde, sollten die Burgreste umso besser geschützt werden.

Literatur, Schriftquellen
Johannes Letzner, Hildesheimer Chronik, Ursprung der adeligen Geschlechter.

Blickrichtung Westen: Ostwall mit davorliegendem Graben der vorgeschichtlichen Spornburganlage Blickrichtung Südost: Turmburgpodest von Ringgraben und Wall umgeben Blickrichtung Nord: Turmpodest im Ringgraben; im Vordergrund ist ein Rest des Ringwalles vorhanden

Burg auf dem Spitzenberg in Reichensachsen

Gruppe baulicher Anlagen
Westliche früh- bis hoch-ma Spornburg, sowie weiter östlich gelegene Schanze. Im Westteil der Spornburg hoch-ma kleine Turmburg mit verschliffenem Rundwall und Graben. mit Fläche: xxx ja nein Spornburg: Ost-West 120 m lang ; Nord-Süd 50 Meter breit. Sporn gesamt 280 m lang: Höhe üNN: 340 m - 350 m Die Burgfläche erstreckt sich von W nach O um die 360 m Höhenmarke. Der Höhenunterschied von N nach S beträgt ungefähr 2 m. Die Rechteckschanze im Westen liegt bei 370 m ü NN.

Lage, Name
Das Nordhessische Bergland ist durch einzelne Berge und kleine Höhenzüge mit tiefen Tälern untergliedert. Die Werra tangiert das Eschweger Becken. Dieses öffnet sich nach Süden bis in das Tal der„Wehre“. Der Verwaltungsmittelpunkt Reichensachsen der Samtgemeinde Wehretal liegt ebenfalls in einem breiten Talkessel, der nach Osten, Süden und Westen von Bergen bis zu 470 Metern Höhe umrahmt wird. Zwei Kilometer südwestlich von Reichensachsen vereinen sich die Wasserläufe der Sontra und der Wehre bei Oetmannshausen. Südöstlich der Gemeinde Reichensachsen erhebt sich der Spitzenberg mit 422,8 m Höhe. Seine westlichen Ausläufer werden im Westen von den Tälern der Wehre und Sontra begrenzt. Im Süden bilden die steilen Hänge des Heubergs die Abgrenzung zum Netra-Tal. Die Berge sind mit Buchenmischwald bewachsen. Nach Osten durch einen Sattel vom Spitzenberg getrennt gliedert sich der Stahrenberg an. Nach Südwesten verringert sich der Spitzenberg mit vier einzelnen Ausläufern zum Zeugmantel. Im Talschluß zwischen den beiden nordwestlichen Ausläufern liegt der „Wichtelbrunnen“. Der südlich des Wichtelbrunnens gelegene etwa 250 m lange westliche Ausläufer schiebt sich als schmaler etwa gleich hoher Sporn nach Westen. Er bildet eine kleine leicht nach Süden geneigte lang gestreckte Hochfläche im Gegensatz zu den anderen breiteren gleichmäßig abfallenden Riedeln. Der tiefer liegende Sporn wird vom westlichen Steilhang des Spitzenberges durch eine kleine aber breite Senke getrennt. Das Gelände steigt zum Sporn über eine schräg zur westlichen Ausrichtung ansteigende gedoppelte Bodenwelle an, um dann wieder gleichmäßig sanft abzufallen und sich dann weiter nach Nordwesten zu strecken. Die hintere Hälfte des Sporns wird von der Burgfläche eingenommen. Von hier war zur Bauzeit der Burgen vom damals Wald freien Standort das Wehretal und das Sontratal gut einzusehen. Die steilen Bergflanken boten Schutz. Die beiden südlich und nördlich gelegen Quellen lieferten ständig Trinkwasser.

Beschreibung des Objekts
Die beiden Befestigungsanlagen liegen auf dem sich nach West-Nordwest erstreckenden Sporn des Spitzenbergs, der im Norden, Westen und Süden mit steilen Flanken abbricht. Im Nordhang liegen auf halber Höhe zwei breite Terrassenzüge, die den Hang steiler machten und als Annäherungshindernisse zu werten sind. Von der oberen Terrasse ist ein schmaler verschütteter schräg von Ost nach West aufsteigender Weg zu Burgfläche zu erkennen. Die etwa 120 m lange Burgfläche des Bergsporns wird im Osten durch einen knapp 6 m breiten Graben mit Vorwall vom östlich Teil des Sporns getrennt. Darin gliedert sich heute nach innen ein bis zu zwei Meter höherer Innenwall an. Diese ehemalige Wallmauer biegt an Süd- und Nordflanke der Burgfläche um und verliert sich an der Steilkante. Nur einzelne Steinblöcke in den Hangbereichen sind als Überbleibsel einer Trockenmauer zu werten. Nur einige Meter hinter der älteren Wallmauer liegt ein verschliffener Rundwall mit etwa 30 Metern Durchmesser. Nur im Süden in einer Mulde hat sich dessen Rest erhalten. Im Wall stecken Steine der älteren Burganlage. Im Westen ist noch ein geringer Anstieg zum Wallring zu erkennen. Innerhalb des Ringwalles befindet sich ein von einem unregelmäßig breiten Ringgraben umgebener stehengelassener Podest des ehemaligen Turmes. Der Podest hat eine Ausdehnung von 7 m (N-S) zu 5 m (O-W). Der umgebende Graben ist im Osten zum Abschnittswall hin etwa 8 Meter breit, und misst nach den anderen Seiten höchstens 6 bis 7 Meter. Im Norden deute eine flache Mulde am Rande des Grabens den Standort eines ehemaligen Gebäudes an.

Die Burg besaß vermutlich teilweise eine ein- bis zweigeschossige Ringmauer in Fachwerk- oder Blockbohlenbauweise die sich im Osten an eine eingeschossige Trockenmauer anlehnte. Der ehemalige Turm im Zentrum wird außer der Ostmauer der einzige massive Bauteil der Burgen gewesen sein. Aber auch Einzelbauten im Inneren in der älteren Ausbauphase sind nicht auszuschließen. Östlich des älteren Wallgrabens deuten Bodenunebenheiten und die flache Einwölbung des Geländes auf eine weitläufige aber geringer befestigte Vorburg hin.

Luftaufnahmen zeigen, dass die Burganlage möglicherweise mit einer größeren rechteckigen Schanze oder Bastion im Osten kurz vor der trennenden Mulde zum aufsteigenden Spitzenberg endete. Ihre Ausmaße liegen bei ungefähr 60 m zu 50 Metern. Am südwestlichen Ende unterhalb des Sporns trennt ein kurzer Graben den hier flacheren Abhang. Westlich des Sporns deuten tiefe Felsabstürze und Mulden auf eingestürzte Höhlen oder den möglichen vorgeschichtlichen Abbau von geringmächtigen Eisenerzlinsen im Jurakalk hin. Das unebene Gelände trägt heute den Flurnamen „ Die Fuchslöcher“. Der in der östlichen Mulde (zum Kopf des Spitzenberges hin) nach Süden absteigende Weg vereint sich auf halber Höhe des Waldes mit einer von Osten herabsteigenden Talmulde. Dieser nach Westen bergabwärts folgend, findet man am Waldrand einen etwa 100 Jahre alten neuzeitlich genutzten Brunnen. Der Wasserüberschuss fließt als stärkeres Rinnsal zu Tal. Dieser Quellhorizont wird talseitig beiderseits des Weges durch eine künstliche Terrasse gesichert, die vermutlich zur gleichen Zeit wie die Burg erstellt wurde. Östlich der Quelle oberhalb auf einem Sporn scheint ein kleines Rechteck ein Außenwerk der Burganlage anzudeuten. Desgleichen weisen Geländeschwellen und längliche Kuhlen um die Kuppe des Spitzenberges auf weitere nach Osten ausgreifende Vorbefestigungen hin. Auf der höchsten Kuppe des Spitzenberges hat vermutlich ein Turm gestanden dessen Fundament möglicherweise noch im Boden steckt.

Entdeckung, Untersuchung, Ergebnisse
Bruchsteine sind im südlichen Wall der Turmburg von der früh-ma Burg erhalten. Wenige Scherben der römischen Kaiserzeit und des Mittelalters sind im Südbereich zu finden.

Datierung/Interpretation Mittelalterliche kleine Turmburg in vorgeschichtlicher Spornburganlage.

Historische Bezüge
Die Sage vom Wichtelbrunnen war die Ursache der Geländeuntersuchung. Die Wichtel kamen angeblich aus dem Berge. Genau genommen haben irgendwelche Vorfahren (Kelten, Chatten oder Thüringer) auf der Suche nach Eisen führenden Schichten und Spalten im Kalkgestein den Hangbereich westlich des Sporns erheblich umgestaltet. Dieser Flurbereich wird heute als „die Fuchslöcher“ bezeichnet.

Wertung
(wissenschaftlich/didaktisch) Nicht die Aussicht aufs Umland ist für den Standort einer Burg wichtig gewesen, sondern ihre verteidigungsfähige Lage in der Nähe von Quellen, Verhüttungsplätzen, oder Mühlen.

Bewuchs, Nutzung, Bebauung
Junger Buchenmischwald

Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd

Burgwall Hattorf Clusberg-Süd (Auf dem Königsstuhl, nördlich der K6)

Der auf der Google-Luftaufnahme gefundene Burgwall hat eine Längenausdehnung von 350 m in West-Ost-Richtung bei einer Breite von 150 m in Nord-Süd-Richtung. Die Anlage könnte, da dort bislang keine bekannte Wüstung sich befindet, aufgrund der Größe in die Vorgeschichte reichen. Das Römerlager Hedemünden hatte ähnliche Ausmaße. Aufgrund der topographischen Lage im Zuge der West-Ost-Heerstraße könnte man hier eine mittelalterliche befestigte Ortswüstung vermuten. Weiter auf Wulften zu lag das lokalisierte "Neddern-Rode". Da nördlich der aufsteigende Bergrücken den Flurnamen Clusberg trägt, könnte hier eine größere "befestigte fränkische Wegestation" (= eine Clause) oder das gesuchte "Obernrode" gelegen haben. Nur eine zerstörungsfreie archäologische Erdmagnethometer- oder Erdradar-Untersuchung könnte neben jährlichen Begehungen zwecks Scherbenkartierungen in vegetationsfreien Zeiten eine eindeutige Zeitbestimmung ergeben.

Blickrichtung Ost:

Auf dem Acker in der Mitte nördlich der K6 ist im Flurbereich des" Gerichtsplatzes - Königstuhl -" eine in Teilbereichen durch einen dunklen Ringgraben eingefaßte helle Fläche sichtbar. Im Zentrum lag vermutlich ein Kreisring. Um die gesamte Fläche herum verlief vermutlich ein heute eingeebneter Vorwall, um dem ein nur im Hintergrund im Osten und links im Norden sichtbarer weiterer Graben verlief. Letzterer könnte den Verlauf der alten Heerstraße bilden, analog an der Hünenburg bei Wulften am Dutberg. Auf der Kurhannoverschen Landesaufnahme verläuft die Heerstraße dort ebenfalls ursprünglich bergaufwärts um die Wallanlage herum (siehe Fundmeldung Hünenburg Wulften 1980). Burgwall Hattorf Clusberg-Süd

Blickrichtung Westen:

Der Heimatforscher Werner Hellwig sagte mir neben der Wüstung "Neddern rode" gäbe es in der Hattorfer Überlieferung auch den Hinweis auf ein "Oberrode". Diese Wüstung könnte die eingeebnete ehemalige Wallanlage sein. So wie die ehemalige Osterroder Burganlage noch heute teilweise sichtbar eine ovale über 200 Meter lange Wallumfassung zeigt, könnte auch hier eine Burg als Wegesperre gelegen haben. (Die obere Schildmauer der Burg-Osterode ist im unterem Mauerbereich in frühmittelalterlicher Fischgrättechnik gebaut). Aufgrund der Größenordnung scheinen die Bodenmerkmale eine ähnlich große Wallanlage darzustellen. Burgwall Hattorf Clusberg-Süd

Interessant wäre zu wissen welche Bedeutung die längsrechteckigen Grundrisse darstellen genauso wie das zentrale breitere Ost-West gestreckte Rechteck mit dem absidenartigen westlichen Mittelteil. Die dunklen Bodestrukturen könnten übereinander liegende Abgrenzungen alter Feldeinteilungen sein, die zusammen Gebäude ähnliche Merkmale zeigen und den Betrachter zu täuschen vermögen. Es könnte sich aber wirklich um eine Wallanlage handeln, zumal von dort nach Norden der "Clusberg" aufsteigt. Zum anderen befand sich auf dem Clusberg eine weitere Ringwallanlage, deren Graben in der nächsten Fundmeldung beschrieben wird. Burgwall Hattorf Clusberg-Süd Burgwall Hattorf Clusberg-Süd

Frühkeltisches Oppidum Friedeburg Frühkeltisches Oppidum Friedeburg Frühkeltisches Oppidum Friedeburg

Frühkeltisches Oppidum in Sachsen-Anhalt westl. von Friedeburg-Saale Rüsterfeld

Die Befestigungsanlage auf dem "Rüsterfeld" ist 1500 m lang und bis zu 600 m breit (also rund 80 Hektar groß). Das eingebundene befestigte Umfeld mißt vermutlich über 2 Quadratkilometer. Diese Befestigungen der Anlage sind anders aufgebaut als die Großwallanlage bei Gebesee in Thüringen, die dem Thüringischen Landesamt aber ebenfalls vor einigen Jahren noch unbekannt war. Das gleiche gilt für das Oppidum Hann.Münden-Kattenbühl (mit ebenfalls 200 Hektar Fläche) im Landkreis Göttingen/Niedersachsen, welches zusammen mit den Römerlagern Hann.Münden und Hedemünden (Fundberichte aus 2001 bis 2004) für das NLD in Hannover eine Überraschung darstellte. Dazu kommt noch das Oppidum auf der "Gobert-Hohe-Stein" nahe der Gemeinde Meinhard-Hitzelrode/-Motzerode im Werra-Meißner-Kreis in Hessen. Alle vier Objekte stammen vermutlich aus der Bronzezeit oder der frühen Eisenzeit und wurden wohl bis zur Okkupation der Römer als Schutzräume genutzt. Wir hatten hier im mittleren Norddeutschland eine Keltische-Kultur oder -Kulturstufe die bis einschließlich heute nicht oder nur sehr ungenau untersucht wurde. Das gleiche galt bis 1985/2001/2003 für die von mir entdeckten Römerlager Wirkenburg, Northeim/Gr.Freizeitsee, Hann-Münden-Hünenburg, Hedemünden-Hünenburg, Baunatal-Kirchbauna-Fehrenberg/-Gimte-Heidenstedt, Speele-Golfplatz-Wittmarshof, Bovenden-Lenglern-Meerberg, Bovenden-Leinebrücke und Elze-Meine--Römische-Wiesen. Die keltischen Oppidas Glauberg oder Dörnberg in Hessen sind aufgrund der topographischen Lage und Mauerzugverläufe nicht mit den drei vorgenannten Objekten vergleichbar. Die vier Großanlagen sind ebenfalls untereinander unterschiedlich aufgebaut. Eine ähnliche Anlage wie der Dörnberg befand sich auf dem Wurmberg bei Braunlage im Harz, wurde aber vor Jahren von dem Braunschweiger Bezirksarchäologen Dr. Michael Geschwinde dem Skitourismus geopfert.

Burgstelle Vahlberg

Burgwall östlich von Vahlberg, Ohrekreis, in Sachsen-Anhalt, mit geradlinien Wegen /der Pfahl

Im Jahr 2000 gefundener Luftbildausschnitt (in Sepiabrauntöne) umgewandelt. Die 170 m zu 70 m große Anlage ähnelt einem Römerkastell mit ähnlichen Toranlagen. Durch das Kastell verläuft ein geradliniger Weg der nach Norden durch Wall und Graben geschützt war, und damit dem römischen "Pfahl" oder Limes ähnelte. Westlich in Niedersachsen liegen die Orte Mönchevahlberg und Groß- und Kleinvahlberg. Die Wallanlage wurde über eine ältere Siedlung gebaut. Bei anderer Auflösung erkennt man südlich und nördlich jeweils des Weges in Ost-West-Richtung gestreckte Langbauten aus Holz, sowie einen kleinen ovalen Ring im Innern. Auch die Torpfeiler beider Torbauten sind sichtbar.

Burgstelle Wurmberg Burgstelle Wurmberg Burgstelle Wurmberg

Bebauung auf dem Wurmberg im Harz (mit Falschfarbentechnik sichtbargemacht)

Zusätzlich zu den 4 vorgeschichtlichen Wallanlagen nördlich Fahrweges auf dem Nordplateau des Wurmberges kann man - durch Veränderung von Kontrast und Helligkeitswerten auf Google-Earth Luftaufnahmen des mit Schnee bedeckten Wurmbergs - deutliche geschlossene Linienzüge von großen und kleine Grundrissen sichtbar machen. Leider sind einige Objekte südwestlich des Fahrweges dem Beschneiungsteich zum Opfer gefallen, ohne , dass der Untergrund per Laserscan oder Flächengrabung untersucht worden ist.

Burgstelle Hattorf Burgstelle Hattorf

Mögliche Wasserburg Hattorf

Im Winkel zwischen Ohlandtstraße und Angerstraße im ehemaligen Mühlenteich.

Burgstelle Wiebrechtshausen Burgstelle Wiebrechtshausen

Eiförmige Wasserburg als Vorläufer des Klosters Wiebrechtshausen, Stadt Northeim

Blickrichtung Norden auf das Kloster Wiebrechtshausen. Im Klostergarten zeichnet sich der Grundriss einer Ei-förmigen Wasserburg ab. Die schmale Rundung zeigt zum aufsteigenden Gelände des Rethoberges. Man erkennt den äußeren und teilweise den inneren Baugraben der ehemaligen Mantelmauer (= Ringmauer mit der Außen- und Innenschale). Außen sind die Gruben von Stützpfeilern zu sehen.



Oben zeichnet sich im ehemaligen Garten der Burggrundriß ab mit der ehemaligen Klostermühle im Vordergrund. Die Mühle diente auch der Burg zur Veränderung des Wasserspiegels (Absenkung des Wasserstandes für Reparaturzwecke und im Winter als Verteidigungsschutz). Die Klostermauer verläuft auf dem ehemaligen Damm des Burgteiches. Links im Westen könnte der Zugang gelegen haben. Dort im ehemaligen Refektorium (Möncheschlafsaal / zuletzt Schafstall) befand sich ein Tor.
Burgstelle Rathgodessen Burgstelle Rathgodessen Burgstelle Rathgodessen

Burgstelle der Wüstung Rathgodessen

Die Wüstung Rathgodessen liegt zwischen Brunsen und Stroit. Östlich des Stroiter Baches liegen die Fluren "Kleines- und Großes Burgfeld". Westlich im Mündungsbereich eines kleineren Baches der vom Hils herabfließt lag eine ovale Wasserburg. Die Wasserburg befand sich auf dem flachen Nordostabhang eines Riedels im Winkel dieser Bäche. Der Burghügel war durch Abgrabung eines halbrunden Grabens aus dem Hang entstanden. Zu erkennen ist noch die Stelle der kleinen Burg mit den Ausmaßen von O-W 35 m zu 25 m N-S. Der Burggraben war ursprünglich etwa 15 Meter breit. Heute zeigt sich die Burgstelle als eine tiefer im Hang liegende leicht überhöhte rundovale Fläche mit etwas tieferem Rand im Süden und Westen. Im Bach und auf den angrenzenden Ackerflächen fand man vor 40 Jahren noch mittelalterliche Keramik. Östlich am Stroiter Bach auf einer Geländeschwelle lag vermutlich eine Wassermühle zum möglichen Einstau des Burgteiches. Dort standen früher zwei hohe Bäume.

Burgen in Hattorf

Burgen in Hattorf am Harz

Zwei mögliche Burgen in Hattorf am Harz (Landkreis Göttingen). Links Flurname "Auf der Burg", rechts "Pipesburg".

Blick auf die frühmittelalterliche Hangburg; nordöstlich der Flurname Schloßberg

Burganlage in Borchen-Hamborn

Spornburg in Hanglage, Borchen-Hamborn (Landkreis Paderborn), Blickrichtung Südost, Google Earth 2015