Einzelbeschreibungen

Gut und Burg Kaltenbrunn

Gut Kaltenbrunn

Lage

Land:Deutschland
Bundesland:Bayern
Bezirk:Oberbayern
Region:Oberbayern
LandkreisMiesbach
Ort83703 Gmund am Tegernsee-Kaltenbrunn
Adresse:Kaltenbrunner Straße 1
Lage:auf dem Schlossberg unmittelbar westlich über Gut Kaltenbrunn an der Nordseite des Tegernsees
Koordinaten:47.74468800°, 11.72096800°
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Beschreibung

Eine sagenhafte Vorgängeranlage des 8. Jahrhunderts der angeblichen agilolfingischen Gründer Adalbert und Otkar, möglicherweise sogar auf einen römischen Wachtturm zurückgehend, ist archäologisch nicht nachgewiesen. Schwache Mauerreste (anscheinend bis ins 11. Jh. zurückreichend) deuten auf eine Turmhügelburg hin, die von einer rechteckig angelegten Steinmauer umschlossen (33 x 22 m) war, innerhalb der sich ein weiteres Gebäude befand. Der Zugang zur Kernburg erfolgte spiralig im Uhrzeigersinn um den Burghügel herum ansteigend, durch einen Wall als weitere Verteidigungsanlage nach außen geschützt, der ursprünglich vermutlich eine Palisade trug. Der unmittelbar nordöstlich angrenzende Wirtschaftshof der Burg wurde bei seiner Fortentwicklung zum heutigen Gut Kaltenbrunn teilweise mit neueren Gebäuden überbaut.

Erhalten: Burghügel mit Wallresten, im oberen Teil minimale Mauerreste im Gras erkennbar. Teile der Wälle fielen wohl Erweiterungen des Guts bzw. dem Ausbau der B318 zum Opfer. Das heutige nordöstlich an den Burghügel angrenzende Gut Kaltenbrunn entstand aus dem einstigen Wirtschaftshof der Burg in seiner heutigen Form weitgehend ab dem 19. Jahrhundert, wobei das sogenannte Gesindehaus (Südseite) im Kern ins 14. Jh. zurück reicht. Im Südosten das sogenannte Königshaus (heute Gasthaus) als ehemaliges Herrenhaus (18. Jh.).

Historie

8.Jh. angebliche Vorgängerburg archäologisch nicht nachgewiesen
11.Jh. älteste zeitlich zuordenbare Mauerreste
1120 Schriftliche Ersterwähnung (Kauf durch den namensgebenden Herbreht)
1217 Erwerb durch das Kloster Tegernsee samt umfangreicher Besitzungen im Umland, Einsetzung eines Angehörigen des münchner Dienstmannengeschlechts der Rabenecker als Lehensnehmer, ab 1286 an einen Lehensnehmer Wichland aus Eurasburg
1291 Ablösung des Lehens durch das Kloster Tegernsee, die Burg ist nicht mehr dauerhaft bewohnt, wird zunächst aber noch instand gehalten.
1346 erster privater Besitzer des angrenzenden Gutes „Puchmair“, danach wechselnde Besitzer und Pächter (unter anderem aus Kaltenpronn)
1468 die inzwischen baufällige Burg wird durch das Kloster Tegernsee abgerissen.
1777 Rückkauf durch das Kloster Tegernsee und Einrichtung eines klösterlichen Milchviehzuchtbetriebes.
1803 Im Zuge der Säkularisation Verkauf an Jägerbauer aus Warngau.
1821 Kauf durch den bayerischen König Maximilian I. Josef, Musterbetrieb für Viehzucht.
1822 Fest des bayerischen Königs mit dem russischen Zaren Alexander I. und Kaiser Franz I. von Österreich in Kaltenbrunn (Feuerwerk)
1960 Aufgabe der Rinderzucht zugunsten eines Reitclubs.
1975-2008 Verkauf, Gastronomie mit Strandbad
2001-2008 Pläne für ein 5-Sterne-Wellnesshotel mit vorgesehenem erheblichem Abriß denkmalgeschützter Gebäude scheiterten, nachdem extra hierfür von der Gemeinde Gmund am Tegernsee erstellte Bebauungspläne in mehreren Gerichtsverfahren für gesetzeswidrig (u.a. Mißachtung des Denkmalschutzes) erklärt wurden
2008-2015 stand das Gut leer
2015/2016 Das Gastronomieunternehmen von Michael Käfer pachtet mit neuem,den Denkmalschutz achtendem Konzept das gesamte Gut, umfassende Sanierung der Gebäude. Gastronomie, Biergarten, Veranstaltungsräume für bis zu 500 Personen.

Besitzer

1120 Herbreht
1217 Kloster Tegernsee
1821 Wittelsbacher
1975 Unternehmensgruppe Schörghuber

Bilder

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