Einzelbeschreibungen

Burgruine Neunussberg

Burgruine Neunussberg

Lage

Land:Deutschland
Bundesland:Bayern
Bezirk:Niederbayern
Region:Niederbayern
LandkreisRegen
Ort94234 Viechtach-Neunußberg
Lage:auf einer 696 m hohen Bergkuppe östlich von Viechtach
Koordinaten:49.08226000°, 12.94086900°
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Beschreibung

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts entstandene und im 15. Jahrhundert zu einer komplexen Anlage ausgebaute Höhenburg des regional bedeutend gewordenen Geschlechtes der Nußberger, deren Ausgangssitz die südlich in Sichtweite gelegenene Burgruine Altnußberg war. Kern der Burg ist der mächtige Wohnturm, dessen Mauerwerk noch in voller Höhe erhalten ist und dessen Mauerkranz über eine innen eingefügte, überdachte Holztreppe zugänglich und rundum begehbar ist. Obwohl der einstige Innenausbau des Wohnturmes verschwunden ist, vermittelt das erhaltene Mauerwerk zusammen mit den Rekonstruktionszeichnungen auf der Informationstafel einen sehr guten Eindruck von einer solchen mächtigen und zugleich im Inneren einst wohl düsteren und überwiegend kalten Wehranlage.

Erhalten: Mächtiger Wohnturm mit seinen Außenmauern in voller Höhe, Teile der nördlichen Wehrmauer mit einem letzten Schalenturm, Burgkapelle (noch genutzt). Weitere Reste eines Turms sind im Mauerwerk von Anwesen Neunußberg 3 enthalten. Die ehemalige umfangreiche Vorburg ist bis auf die Kapelle und sehr geringe Mauerreste ansonsten oberirdisch weitgehend verschwunden und teils überbaut.:

Wohnturm: Unterteil aus der Gründungszeit (14. Jh.), obere Geschosse im 16. Jh. umgestaltet oder hinzugefügt mit größeren Fenstern, insgesamt 5 Stockwerke im erhaltenen steinernen Teil. Kragsteine ganz oben am Turm deuten auf ein vermutliches weiteres Stockwerk aus Holz hin, das über die Turmmauer nach außen hinausragte. Turm-Grundfläche 15x17m, Höhe Mauerwerk 25m, Wandstärke unten 1,8 m.

Historie

ab ca. 1340 Bau der Kernburg mit dem Wohnturm und umgebender Wehrmauer durch Konrad den Nußberger, der von der benachbarten Burg Nußberg (ab da Altnußberg) stammte.
1350 Stiftung der Burgkapelle samt Kaplanstelle durch Konrad dem Nußberger
ab 1360 mit dem Aufstieg der Nußberger (u.a. herzoglicher Marschall für Niederbayern) Ausbau der Burg
1468 Beteiligung der Nußberger von Altnußberg und Neunußberg am Böckleraufstand gegen den bayerischen Herzog, Sieg des Herzogs. Im Gegensatz zu Altnußberg wird Neunußberg allerdings nicht zerstört
1469/70 Wegen der Niederlage im Böcklerkrieg Enteignung von Warmund und Konrad Nußberger durch bayerischen Herzog gegen eine geringe Entschädigung: bei Warmund eine jährliche Rente, Konrad erhält das ebenfalls vom Herzog als Folge des Aufstandes beschlagnahmte, viel kleinere Schloss Linden . Die Burg und große Teile der Herrschaft Neunußberg gehen an das bayerische Herzoghaus. Mehrfacher Besitzerwechsel der Burg und der Herrschaft Neunußberg in den folgenden Jahrzehnten.
1564 die Burg brennt nach Blitzschlag großteils ab und wird nicht wieder aufgebaut, stattdessen Bau des kleinen Schlosses Zum Haus nördlich unterhalb der Burg als der geschrumpften Herrschaft angemessenem und zeitgemäßem Sitz
1569 Das Lehen fällt mangels Erben an das Herzogtum Bayern zurück, das jedoch kein Interesse an der Ruine hat. Die Burg verfällt in der Folge, teils als Steinbruch genutzt, teils Weiternutzung einzelner Gebäudereste für Landwirtschaft, verschiedene Besitzer. Lediglich die Burgkapelle wird weiter erhalten und genutzt.
1716 Ausbau und Umgestaltung der Burgkapelle (Verlängerung, barocke Ausstattung)
1848 Ende der Herrschaft Neunußberg
1855 Verkauf des Grundbesitzes der Herrschaft an verschiedene Käufer, darunter auch das Burggelände.
2. Hälfte 19.Jh. Durch Erweiterungsbaumaßnahmen um einen verfallenen weiteren Burgturm entsteht das landwirtschaftliche Anwesen Neunußberg 3 auf Teilen des ehemaligen Burgareals westlich der Wohnturmruine, heute als Gruppen-Ferienhaus genutzt.
1889 Verkauf der Kernburg mit der Wohnturmruine an den Waldverein Viechtach (heute Bayerischer Wald-Verein)
1938 Einbau der überdachten Treppe auf die Mauerkrone des Wohnturms als dauerhafterer Nachfolgerin einer ersten ungeschützten Treppe
1939 Beginn umfangreicherer Erhaltungsmaßnahmen an der Ruine
seit 1968 Burgfestspiele zur Geschichte des Böcklerkriegs um Neunußberg mit Freilichtbühne im Burggelände
2010 Ehemaliger Stall des Anwesens Neunußberg 3 auf dem Burggelände wird zu privater Ausstellung zur Orts- und Heimatgeschichte umgestaltet

Besitzer

ca. 1175 Herren von Nußberg (vorher Nußbach), Bau der Burg
1345 (Kauf)-1469 Herren von Degenberg (Teil bleibt im Besitz der Nußberger)
1470 Herren von Nußberg werden durch Herzog Albrecht IV. von Bayern für ihren Anteil an der zerstörten Burg mit der Burg Linden [[[ Linden, Geyersthal-Linden, Kreis Regen ]]] aus dem Besitz der Degenberger entschädigt
Aktuell Gemeinde Geiersthal, vertreten durch den Förderverein d. Burgruine neunussberg e.V.

Besitzer

ab ca. 1340 Herren von Nußberg (Erbauer)
ab 1469 Herzöge von Bayern, später Lehen bzw. Verkauf an verschiedene weitere Besitzer
1564 Rosina von Stauf (zur Zeit des Brandes der Burg)
um 1716 Herren von Stängl
bis 1806 Herren von Poschinger
ab 1806 Voiths von Voithenberg
ab 1855 Familie Bergmann
1889 Kauf der Burg durch den Waldverein Viechtach

Bilder

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