Burg Krautheim

Burg und Schloss Krautheim

Burg Krautheim liegt auf einem dreieckigen Bergsporn oberhalb der Mündung des Klingenbachs in die Jagst. Von der ursprünglichen Anlage haben sich neben Bergfried und Schildmauer vor allem Palas und Burgkapelle erhalten.

Die Kernburg besitzt eine mächtige Mantel-/Schildmauer und ist von einem Zwinger umgeben. Die Vorburg befand sich auf der Stadtseite im Bereich des heutigen Altenheims. Gegen die Stadt wurde die Burg durch einen mächtigen Halsgraben geschützt. Teile der Stadtmauer sind noch heute mit der Burg verbunden.

Kapelle: Die Kapelle wurde zwischen 1230 und 1245 errichtet. Sie besitzt einen quadratischen Grundriss, Westemporen und einen polygonalen, überwölbten Chor. Zwischen 1798 und 1845 befand sich kein Dach über der Kapelle.

Schloss: Das Schloss war ursprünglich Sitz des kurmainzischen Amtmanns und wurde nach Verkauf 1887 zu einem privaten Wohnsitz umgebaut. Es besteht aus dem älteren östlichen dreigeschossigen Flügel, der teilweise die Umfassungsmauer der Burg mit einbezieht, und dem neueren westlichen Flügel Komplettiert wird die Anlage durch einen westlichen Risalit und einem polygonalen, hohen Treppenturm. Für den Bau des Schlosses wurde der nördliche Teil der Mantelmauer abgebrochen und die Steine als Baumaterial verwendet.

Historie
Ende 12.Jh. Wolfrat, Crto und Konrad von Krautheim bauen die Burganlage aus
nach 1239 durchgreifender Umbau der Burg und der Kapelle im gotischen Stil
15./16.Jh. Errichtung der äußeren Ringmauer
1525 die Burg wird durch Mergentheimer Bauern im Bauernkrieg niedergebrannt
Mitte 16.Jh. Errichtung des sog. "Lindenhauses" in der Vorburg, eingeschossiger Fachwerkbau über massivem Unterbau
1612 Erzbischof Johann Schweikart von Kronberg errichtet ein neues Schloss (heute westlicher Schlossflügel) auf dem Burggelände
1723 Errichtung des östlichen Schlossflügels durch den Erzbischof Lothar Franz von Schönborn, damit Schließung der Lücke zwischen Burg und Schloss an der Südostseite
18.Jh. Abbruch von Teilen der Außenanlagen
1. Hälfte 19.Jh. die alte Burg ist verfallen, die Kapelle ist ohne Dach
1845 Großherzog Leopold von Baden veranlaßt Maßnahmen, um weitere Schäden zu vermeiden
ab 1888 Durchgreifende neogotische Restaurierung der Anlage, Freilegung der Schildmauer, Renovierung der Kapelle
ab 1977 Renovierungsarbeiten durch das Land Baden-Württemberg
Besitzer
1172 Erwähnung von Ruthardus und Godefriedus von Crutheim als Zeugen in einer Urkunde
1239 Gottfried von Hohenlohe erwirbt die Burg von seinem Schwager Konrad von Krautheim
Anfang 14.Jh. - 1802 Erzbistum Mainz
1516 Götz von Berlichingen schleudert dem Mainzer Amtmann Max Stumpf ein berühmtes Zitat entgegen
nach 1802 - 1839 Fürsten von Salm-Reifferscheid
1839 Herzogtum Baden
Aktuell Land Baden-Württemberg (Burganlage), Privatbesitz (Schloss)
Bergfried
Höhe ca. 30 m
Form rund
Durchmesser am Sockel ca. 8,20 m, nach oben auf ca. 7,80 m verjüngend
Mauerstärke ca. 2,80 m
Eingang ursprünglich in 10,5 m Höhe
Literatur
Mayer, Eugen Burg Krautheim, Kleine Kunstführer Nr. 1161, Regensburg 1979
Gradmann, Wilhelm Burgen und Schlösser in Hohenlohe, Stuttgart 1982

Bilder

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